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Bluthochdruck Medikamente

Text medizinisch-fachlich geprüft und überarbeitet von
Dr. Chris Wollenberg im April 2013.
Bluthochdruck Medikamente Bei Bluthochdruck werden verschiedene Medikamente zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt. Hier stellen wir die wichtigsten Gruppen von Präparaten vor und erklären die Wirkungsweise und Nebenwirkungen. Die Auflistung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. Wenn Sie medikamentös gegen Bluthochdruck behandelt werden, sollten Sie diese 6 Wirkstoffgruppen kennen.

  1. ACE-Hemmer
  2. Angiotensin-Antagonisten
  3. Beta-Blocker
  4. Diuretika (Wassertabletten)
  5. Kalzium-Antagonisten
  6. Renin-Hemmer

ACE-Hemmer

Wirkung:
Das Eiweiß ACE (Angiotensin Converting Enzyme) fördert die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II. Das Hormon Angiotensin II wiederum verengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck. ACE-Hemmer blockieren das Einweiß ACE und  die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II kann nicht stattfinden. Die Spannung in den Blutgefäßen nimmt ab und damit sinkt der Blutdruck (Quelle).

Nebenwirkungen:
Als häufige Nebenwirkung von ACE-Hemmern wird Reizhusten beschrieben, der oft auch erst nach Jahren beobachtet wird. Hautreizungen und Ekzeme treten auf. ACE-Hemmer können die Leber schädigen und in sehr seltenen Fällen zum akuten Nierenversagen führen. Der Arzt muss auch stets auf die möglichen Wechselwirkungen bei Einnahme anderer Medikamente achten.

Wirkstoffe:
Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril

Zugelassene Arzneistoffe:
Derzeit sind in Deutschland folgende ACE-Hemmer als Arzneistoff zugelassen (Quelle):
Benazepril, Captopril, Cilazapril, Enalapril, Fosinopril, Imidapril, Lisinopril, Moexipril, Perindopril
Quinapril, Ramipril, Spirapril, Trandolapril, Zofenopril

Angiotensin-II-Antagonisten (AT 1-Rezeptor-Antagonisten, Sartane)

Sie wurden aus den ACE-Hemmern entwickelt und zeigen wesentlich weniger Nebenwirkungen als diese.

Wirkungsweise:
Die AT-1 blockieren die Rezeptoren (Andockstellen) von Angiotensin II. Dadurch kann das Hormon Angiotensin II (AT-II) nicht mehr wirken. Angiotensin II ist ein körpereigenes Hormon, das zur Kontraktion der Gefäße führt und so den Blutdruck erhöht.

Nebenwirkungen:
Die Arzneistoffe aus dieser Gruppe sehr nebenwirkungsarm. Sie sind eine gute Alternative zu den ACE-Hemmern, bei denen der Reizhusten sehr viel seltener beobachtet wird. Aufgrund des höheren Preises werden sie meist erst verschrieben, wenn die eingesetzten ACE-Hemmer zu viele Nebenwirkungen beim Patienten zeigen. Zu den häufigeren Nebenwirkungen der Sartane zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Hyperkaliämie.

Zugelassene Arzneistoffe:
Irbesartan, Candesartan, Valsartan, Losartan

Beta-Blocker (Beta-1-Rezeptor-selektive Blocker)

Wirkung:
Stresshormone wie Adrenalin steigern den Blutdruck und die Pulsfrequenz. Betablocker verhindern das, indem sie die dafür benutzten sogenannten Beta-Rezeptoren blockieren. Das Hormon Renin wird in den Nieren produziert und dient der Steigerung des Blutdrucks. Betablocker verhindern die Bildung von Renin und führen so zur langfristigen Senkung des Blutdrucks (Quelle).

Nebenwirkungen:
Verstärkt bestehende Herzschwäche (Herzinsuffienz) und verlangsamt den Herzschlag (Puls). Vorsicht bei Problemen mit der Lungenfunktion.

Zugelassene Arzneistoffe:
Propanolol, Bisoprolol, Metoprolol.


Medikamenten-Beratung in der Apotheke

Diuretika (Thiazide, "Wassertabletten")

Wirkung:
Diuretika hindern die Niere daran, Mineralstoffe zurück in den Blutkreislauf zu befördern. Da Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium oder Kalzium Flüssigkeit binden, wird diese zusammen mit den Mineralstoffen ausgeschieden. Dadurch steigt die Harnausscheidung und die Flüssigkeitsmenge im Körper sinkt. Damit sinkt auch die Blutmenge und damit der Blutdruck (Quelle).

Nebenwirkungen:
Häufiger Harndrang. Es kann zu Salzmangel und auch zur Austrocknung kommen durch den hohen Wasserverlust. Diuretika wirken sich ungünstig auf den Fett- und Zucker-Stoffwechsel aus und können die Fett- und Zuckerwerte erhöhen. Durch den Kaliumentzug ist eine Hypokaliämie (zu wenig Kalium im Blut) möglich, was sich durch Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Verstopfung oder Herzrhythmusstörungen äußern kann. Durch die Verdickung des Blutes kann es zu Thrombosen oder Krampfadern kommen.

Wirkstoffe:
Hydrochlorothiazid (HCT), Chlorthalidon, Xipamid, Indapamid.

Kalzium-Antagonisten

Wirkung:
Muskelzellen  benötigen Kalzium um sich anzuspannen. Kalziumantagonisten hemmen das Einströmen von Kalzium in die glatte Muskulatur der  Blutgefäße. Dadurch entspannen sie sich und der Blutdruck kann gesenkt werden.

Nebenwirkungen:
Durch den starken Blutdruckabfall entstehen oft Kopfschmerzen,  der Puls ist als Gegenregulation erhöht (Herzklopfen). Die Entspannung kann ein Schwächegefühl bewirken. Eine Reihe weiterer, selten beobachteter Nebenwirkungen sollte mit dem behandelnden Arzt diskutiert werden.

Zugelassene Arzneistoffe:
Amlodipin, Diltiazem, Nitrendipin, Verapamil


Renin-Hemmer

Wirkung:
Angiotensinogen wird vom Enzym Renin  zu Angiotensin I umgewandelt, das anschließend von  ACE zu Angiotensin II umgewandelt wird. Diesesverengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck. Die Renin-Inhibitoren blockieren die Umwandlung des Angiotensinogens in Angiotensin I -  so steht weniger Angiotensin I zur Verfügung und der Blutdruck verringert sich.

Nebenwirkungen:
Es werden wenige Nebenwirkungen sind relativ gering, allerdings ist auch die pharmakologische Wirksamkeit des Medikaments weiterhin umstritten. Es wird in Kombination mit ACE-Hemmern eingesetzt, wobei es zu zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann, wie eine Metastudie ergab (Quelle).

Produkt:
Aliskiren





 
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