Register:

 

Niedriger Blutdruck

Text medizinisch-fachlich geprüft und überarbeitet von
Dr. Chris Wollenberg im April 2013.
Kennen Sie das Gefühl, am Morgen nur schwer in die Gänge zu kommen und trotz einer guten Nacht nicht erholt zu sein? Während des Tages sind Sie schlapp, manchmal wird Ihnen nach längerem Stehen schwindelig und Sie neigen zu kalten Händen und Füßen.  Alle diese Beschwerden können auf einen niedrigen Blutdruck hinweisen. Den eindeutigen Aufschluss gibt eine Blutdruckmessung: Ergibt sie  bei Frauen ein Wert unter 100/60 mmHg bzw. für Männer unter 110/70 mmHg, so besteht ein niedriger Blutdruck. Allerdings ist ein niedriger Blutdruck, der auch unter dem lateinischen Begriff Hypotonie bekannt ist, in der Regel kein gefährliches Anzeichen. Nur selten steckt dahinter eine ernste Krankheit als Auslöser. In Deutschland sollen etwa fünf Prozent der Bevölkerung an einem niedrigen Blutdruck leiden. Überhaupt wird die Krankheit im Ausland gerne auch als „Morbus germanicus“ oder German Disease (deutsche Krankheit) bezeichnet, einfach deshalb, weil der niedrige Blutdruck in Deutschland sogar als Krankheit betrachtet wird.

In der Medizin werden verschiedene Formen des niedrigen Blutdrucks unterschieden: Zunächst anhand der Dauer des Auftretens in eine chronische und in eine akute Hypotonie, dann wird auch zwischen primärer und sekundärer Hypotonie unterschieden. Die primäre Form lässt keine eindeutige Ursache erkennen. Meist sind junge, schlanke Menschen und vermehrt Frauen betroffen, sodass die körperliche Konstitution als mögliche Ursache in Frage kommt. Eine erbliche Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle, aber auch Infekte können zeitweise zu einem niedrigen Blutdruck führen. Ebenso können Medikamente, starker Flüssigkeits- oder Salzmangel dafür verantwortlich sein. Dagegen gilt als Ursache der sekundären Hypotonie stets eine Grunderkrankung, zum Beispiel eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine  Schilddrüsenunterfunktion.

Die im Zusammenhang mit einem niedrigen Blutdruck auftretenden Beschwerden können von Person zu Person verschieden sein. Allgemein werden sie jedoch durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Blut verursacht. Dies kann sich in Form von Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit und depressiven Verstimmungen äußern. Zusätzlich kann es zu einem ausgeprägten Kälteempfinden, verminderter Leistungsfähigkeit und Schlafstörungen kommen. Häufiger führt die Unterversorgung des Gehirns zu Schwindelerscheinungen, besonders nach langem Stehen oder raschen Positionswechseln. Mitunter kann auch eine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit resultieren. Außerdem kann schwüles, warmes Wetter die Beschwerden steigern. Im Gegensatz zu einem Bluthochdruck hat ein zu niedriger Blutdruck keinen negativen Einfluss auf das Gefäßsystem. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Mit einer Hypotonie bleiben die Arterien und Venen auf Dauer jung, sodass einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder einer Arteriosklerose vorgebeugt wird. Trotz der positiven Bilanz erweisen sich die durch einen niedrigen Blutdruck hervorgerufenen Beschwerden für die Betroffenen oftmals als unangenehm. Liegt keine Grunderkrankung vor, lassen sich die Beschwerden durch einige Veränderungen im Lebensstil wirkungsvoll lindern.

Bereiten das morgendliche Aufstehen und Positionswechsel Schwierigkeiten, dann empfiehlt es sich, diese Situationen langsamer anzugehen, um dem Körper mehr Zeit für eine Anpassung des Blutdrucks zu geben. Ein wichtiges Mittel zur Selbsthilfe stellt die tägliche Bewegung dar. Sie muss noch nicht einmal in Form von Sport ausgeübt werden, regelmäßige Spaziergänge sind meist ausreichend. Der Blutdruckanstieg während des Sports wirkt sich im Gegenteil sogar nachteilig auf den niedrigen Blutdruck aus, da im Anschluss an die starke Belastung der Blutdruck noch weiter sinkt. Stattdessen ist im Alltag auf mehr Bewegung zu achten - Gehen oder Treppensteigen habet in der Regel schon einen lindernden Effekt. Ein moderat betriebener Ausdauersport ist ebenso förderlich. Häufig wird das Trinken von Kaffee oder Sekt empfohlen. Beides bringt jedoch nur kurzzeitig eine Linderung mit sich. Vielmehr ist auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee, zu achten, da es das Blutvolumen erhöht. Zwei Liter täglich sind hierfür eine gute Richtlinie. Darüber hinaus haben wechselwarme Duschen, idealerweise schon nach dem Aufstehen, einen den Kreislauf stabilisierenden Effekt. Auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle: Üppige Mahlzeiten sollten vermieden werden, da sie das Blut zum Nachteil des Gehirns in den Bauchraum ziehen. Stattdessen sind, über den Tag verteilt, mehrere kleine Portionen zu bevorzugen. Unterstützend kann auch beim Essen mit gutem Gewissen gesalzen werden, da Salz Wasser im Blut bindet und das den Blutdruck erhöht. Meist haben die genannten Verhaltensweisen einen positiven Einfluss auf den niedrigen Blutdruck. Nur dann, wenn die Beschwerden dadurch nicht gebessert werden können, sollte gegebenenfalls der Einsatz von Medikamenten in Erwägung gezogen werden.

Hinweis: Bei BlutdruckDaten.de benutzen wir immer wenn nötig die Grenze 105/65 für niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Andernfalls müssten wir niedrige Werte nach der Hypertonie-Skala als "optimal" bezeichnen.




 
Ihr digitaler Blutdruck-Pass
Erfassen Sie Ihre Blutdruckwerte bei BlutdruckDaten.de. Sicher und einfach im Internet oder auf dem Handy. Sie erhalten eine grafische Auswertung mit Diagramm.
Jetzt kostenlos anmelden.




Kontakt: info@blutdruckdaten.de | Presse | Impressum | Englisch: BloodPressureDB.com