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Blutdruck im Tagesverlauf

Einmal hoch, dann niedriger, dann steigt der Wert wieder an und so weiter; wer täglich mehrmals seinen Blutdruck kontrolliert, stellt bald fest, dass es sich nicht um eine statische Größe handelt, die immer gleich ist.

Der Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf natürlichen Schwankungen. Um den Körper morgens auf das Aufstehen vorzubereiten, steigt der Blutdruck schon vor dem Erwachen an. Der steilste Anstieg geschieht vom Aufstehen bis in die frühen Vormittagsstunden hinein. Zu dieser Zeit werden häufig die höchsten Werte des Tages gemessen. Gegen Mittag fällt die Blutdruckkurve etwas ab, um am späteren Nachmittag nochmals zu einem zweiten Gipfel anzusteigen. Die tiefsten Werte werden normalerweise in der Nacht gemessen. Man nennt das den zircadianen (cirkadianen) Rhythmus. Ihm unterliegt der Blutdruck bei Menschen mit normalen Blutdruckwerten sowie auch bei den meisten Hypertonikern. Gesteuert wird dieser Rhythmus von unserem autonomen Nervensystem- also dem Teil des Nervensystems, das kaum unserer willkürlichen Kontrolle unterliegt.
Weitere normale Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf können wir mehr oder weniger willentlich steuern. So steigt der Blutdruck zum Beispiel in Stresssituationen und bei körperlicher Belastung an. Dies ist eine ganz normale Reaktion. Beim Gesunden sinken die Werte danach schnell wieder auf ein normales Level. Nach sportlicher Betätigung häufig sogar etwas unter die Werte vor dem Sport. Daher ist Sport ein wichtiges Mittel, um Blutdruckwerte zu senken.

Soweit sind die Schwankungen des Blutdrucks im Tagesverlauf normal. Was jedoch passiert bei einem Bluthochdruck?

Liegt ein Bluthochdruck vor, finden die normalen Schwankungen auf einem höheren Niveau statt. Das bedeutet, dass ausgehend von einem höheren Grundlevel des Blutdrucks die Schwankungen ebenfalls in einem höheren Bereich geschehen, was zu kritisch erhöhten Werten führen kann.
Manchmal ist bei Bluthochdruck der zirkadiane Rhythmus gestört. Die Werte sinken in der Nacht nicht oder kaum ab oder sie steigen in den Nachtstunden sogar an.

Besonders von Bedeutung ist ein überschießender Blutdruckanstieg in den Morgenstunden - die sogenannte Morgenhypertonie. Hier gibt es einen Zusammenhang mit der Häufung an Schlaganfällen, Herzinfarkten und Fällen von plötzlichem Herztod in dieser Zeit.

Unsere Grafiken zeigen im ersten Bild (blau) den Blutdruckverlauf bei normalem Blutdruck. Die Werte bewegen sich im normalen Bereich. Sie steigen bei Belastung an, sinken aber auch wieder und zeigen in der Nacht eine schöne Absenkung auf das niedrigste Niveau im Tagesverlauf.



Die zweite Darstellung (rot) zeigt ein Beispiel für einen Verlauf bei Bluthochdruck. Deutlich zu erkennen ist das höhere Grundniveau und die fehlende Nachtabsenkung. Die Blutdruckspitze in den Morgenstunden liegt deutlich zu hoch. Zudem ist an dem hohen Unterschied zwischen den oberen und unteren Blutdruckwerten der erhöhte Pulsdruck zu sehen.



Das Absinken des Blutdrucks in der Nacht wird als "dipping" bezeichnet. Sinkt der Blutdruck im normalen Maß, also um etwa 10 - 20 %des Tagesmittelwertes, über die Nacht ab, nennt man dies "normal dipping". Geschieht diese Absenkung um weniger als 10% spricht man von "non dipping". Ein "inverted dipping" liegt vor, wenn der Blutdruck nachts über die Tagesmittelwerte hinaus ansteigt. Aber auch ein zu stark abfallender Blutdruck von mehr als 20% des Tagesmittels in der Nacht kann, gerade bei älteren Menschen, vorliegen, was man als "extrem dipping" bezeichnet.
Jede fehlende, aber auch eine zu starke Nachtabsenkung stellt ein erhöhtes Risiko dar und muss bei der Medikation entsprechend beachtet werden.
Quellen:
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