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Blutdruck und Knoblauch

Knoblauch soll hohen Blutdruck senken - so liest man immer wieder. Sollen Bluthochdruckpatienten wirklich häufiger zu der geruchsintensiven Knolle oder den daraus hergestellten Pülverchen und Granulaten greifen?

Knoblauch
Entgegen der landläufigen Annahme sind die Studien zur blutdrucksenkenden Wirkung des Allium sativum - so der botanische Name des Knoblauchs - gar nicht so eindeutig.

Im Jahr 2008 wurden elf verschiedene Studien zum Thema Blutdrucksenkung durch Knoblauch ausgewertet. Es zeigte sich in einigen Studien zwar eine verbesserte Blutdrucksenkung durch Knoblauch im Vergleich mit den Placeboprodukten (je höher der Ausgangsblutdruck lag, desto höher fiel auch die mögliche Senkung der Blutdruckwerte aus), jedoch konnten keine einheitlichen Ergebnisse gefunden werden. Dies lag zum Teil auch an der unzureichenden methodischen Qualität der Studien. Es fehlten zum Beispiel Angaben zur Durchführung der Blutdruckmessung im Beobachtungszeitraum der jeweiligen Studien.

2010 untersuchten australische Forscher die Wirkung von sogenanntem schwarzen Knoblauch auf Patienten, die an einem schwer einstellbaren Bluthochdruck litten. Bei schwarzem Knoblauch handelt es sich um einen durch Fermentation „gereiften“ normalen Knoblauch. Die 50 Probanden erhielten über zwölf Wochen täglich vier Kapseln mit Extrakt aus schwarzem Knoblauch (960 mg mit 2,4 mg S-Allylcystein) oder ein entsprechendes Placebo. Die Ergebnisse zeigten eine Blutdrucksenkung, die jedoch nicht als signifikant einzustufen ist.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2016 zeigte ebenfalls eine Senkung der Blutdruckwerte, allerdings sprach rund ein Drittel der Teilnehmer der Studien nicht auf den Knoblauch an.

Wichtig ist zu erwähnen, dass Knoblauch nicht ohne Wechselwirkung mit verschiedenen Medikamenten ist. Es kann die antithrombozytäre („blutverdünnende“) Wirkung von Thrombozytenaggregationshemmern, wie z.B. ASS verstärken. Da auch eine Wirkungsverstärkung, in diesem Fall eine erhöhte Blutungsneigung, bei gleichzeitiger Einnahme von oralen Antikoagulanzien wie Marcumar, aber auch Präparaten der neueren Generation wie z.B. Xarelto, Eliquis usw. möglich ist, wird auch hier von Knoblauchpräparaten abgeraten. Abschwächen kann Knoblauch hingegen die Wirkung von Proteaseinhibitoren bei HIV-Infizierten.

Zusammenfassend kann also keine blutdrucksenkende Wirkung von Knoblauch belegt werden. Einige Menschen reagieren auf Knoblauch mit niedrigerem Blutdruck, andere aber leider nicht. Berücksichtigt man die genannten möglichen Wechselwirkungen, darf man sich gerne frischen Knoblauch als Lebensmittel schmecken lassen. Ein Knoblauchpräparat muss man jedoch nicht kaufen in der Hoffnung, auf diese Weise seinen Blutdruck zu senken.

Quellen:


Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (05/2022).

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