Kümmern Sie sich um Ihren Blutdruck.
Ihr Arzt wird begeistert sein.
Studien, die den Nutzen von BlutdruckDaten belegen
Sie sind hier: Lexikon - Informationen Blutdruck: Einstieg - Blutdrucksenkende Mittel

Blutdrucksenkende Mittel

Antihypertensiva – blutdrucksenkende Medikamente

Die Regulation des Blutdrucks ist ein komplexes System mit verschiedenen Regelkreisen und „Stellschrauben“, an denen medikamentös gedreht werden kann. Dementsprechend vielgestaltig ist auch die medikamentöse Einflussnahme auf die Blutdrucksenkung. Die Basis der Behandlung stellt dabei immer die empfohlene Änderung des Lebensstils dar. Darunter versteht man folgende Maßnahmen:

  • Rauchstopp
  • Reduktion des Alkoholkonsums
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • regelmäßige körperliche Aktivität - mehrmals pro Woche mindestens 30 Minuten
  • Reduktion des Kochsalzkonsums auf unter sechs Gramm pro Tag
  • ausreichende Kaliumzufuhr - zum Beispiel durch vermehrten Konsum von Obst, Gemüse, Fisch und gesättigten Fettsäuren

Bei entsprechend hohen Blutdruckwerten (Hypertonie Grad II oder III) oder zusätzlich vorliegenden Risikofaktoren (wie zum Beispiel Diabetes) wird frühzeitig mit einer medikamentösen Therapie begonnen.
Zur Behandlung stehen Medikamente aus fünf verschiedenen Substanzklassen zur Verfügung, die untereinander als gleichwertig einzustufen sind. Sie alle eignen sich sowohl für die Initial- als auch für die Dauerbehandlung von Bluthochdruck. Es handelt sich dabei um

  • Diuretika - entwässernde Mittel
  • Beta-Blocker
  • Calcium-Antagonisten
  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-Rezeptor-Blocker

Je nach Blutdruckwerten wird mit einer Monotherapie (ein Medikament) oder gleich mit einer Zweifach-Kombinationstherapie (zwei Medikamente) begonnen. Auch durch eine Dosissteigerung bis zur maximalen Tagesdosis kann versucht werden, den persönlichen Ziel-Blutdruck zu erreichen. Solange der Ziel-Blutdruck nicht erreicht ist, sollte die medikamentöse Therapie intensiviert werden. Dafür ist auch eine Dreifach-Kombinationstherapie denkbar.

Diuretika

Als Mittel der Wahl kommt häufig ein Thiaziddiuretikum zur Anwendung: Hydrochlorothiazid (HCT). Dabei wird HCT häufig bei Mehrfach-Kombinationstherapien angewendet und steht in vielen Kombinationspräparaten zur Verfügung. Durch die vermehrte Kochsalz- und Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren kommt es zu verminderter Ausschüttung eines Hormons aus der Niere (Renin), das unter anderem für Blutdrucksteigerung verantwortlich ist. Der bekannteste Wirkstoff dieser Gruppe ist das Hydrochlorothiazid.

Beta-Blocker

Beta-Blocker hemmen im Körper teilweise die Wirkungen von Adrenalin und Noradrenalin. Über Beta-Rezeptoren kommt es zu einer Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks nach Ausschüttung von Adrenalin oder Noradrenalin. Durch die Blockierung dieses Rezeptors bewirken Beta-Blocker am Herzen eine Frequenz- und Blutdrucksenkung. Die bekanntesten Wirkstoffe dieser Gruppe sind Bisoprolol, Metoprolol, Nebivolol und Esmolol.

Calcium-Antagonisten

Calcium-Antagonisten blockieren den Calcium-Kanal an der Zelle und verringern so den Calcium-Einstrom in das Zellinnere. Vermehrtes Calcium in Muskelzellen sorgt für eine Kontraktion der Muskelzellen. An der glatten Muskulatur unserer Blutgefäße bewirkt dies eine Engstellung der Gefäße und bedingt eine Erhöhung des Blutdrucks, um für eine ausreichende Durchblutung zu sorgen. Calcium-Antagonisten bewirken also eine Erschlaffung der glatten Muskulatur in den Gefäßen und damit eine Weitstellung, was eine Reduktion des Blutdrucks zur Folge hat. Der bekannteste Wirkstoff dieser Gruppe ist das Nifedipin.

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer hemmen ein bestimmtes Enzym (Angiotensin-Converting-Enzym) und greifen somit in eine Kette von Protein-Umwandlungen ein. Durch die Hemmung wird weniger Angiotensin-II gebildet, das eine Kontraktion (Anspannen) der Gefäßmuskulatur bewirkt. Aufgrund der folgenden Weitstellung der Gefäße kommt es zu einer Reduktion des Blutdrucks. Allerdings wird auch der Abbau eines Hormons gehemmt, wodurch es zu vermehrtem Bradykinin im Körper kommt. Da Bradykinin ähnlich wie Histamin wirkt, kann es dadurch zu einer Reihe von Nebenwirkungen wie Ödembildung (gefürchtet das Angioödem, bei dem es zu Schwellung von Haut und Schleimhaut im Gesicht kommt) und einem hartnäckigen trockenen Husten kommen. Dieser trockene Husten, der völlig ungefährlich, aber sehr störend sein kann, führt häufig zu einem Absetzen der Medikation. Die bekanntesten Wirkstoffe dieser Gruppe sind Enalapril, Fosinopril, Lisinopril und Ramipril.

Angiotensin-Rezeptor-Blocker

Die Angiotensin-Rezeptor-Blocker - auch AT1-Blocker oder Sartane genannt - sind eine Weiterentwicklung der ACE-Hemmer. Sie hemmen nicht die Bildung von Angiotensin II, sondern blockieren am Wirkort (Rezeptor) des Angiotensins II den Angiotensin-II-Rezeptor-Subtyp-1 (darum AT1-Blocker). Aufgrund des ungehinderten Abbaus von Bradykinin kommt es deutlich seltener zum trockenen Reizhusten durch die ACE-Hemmer. Auch die Angiotensin-Rezeptor-Blocker bewirken eine Erweiterung der kleinsten Arterien und damit eine Senkung des Blutdrucks. Die bekanntesten Wirkstoffe dieser Gruppe sind Candesartan, Losartan, Olmesartan und Valsartan.

Kombinationstherapien zwischen Beta-Blockern, ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern sollten vermieden werden. Ansonsten können die Wirkstoffe der einzelnen Gruppen untereinander kombiniert werden, um den Ziel-Blutdruck zu erreichen.
Als Mittel der zweiten Wahl oder Reserve-Antihypertensiva stehen zur Verfügung:

  • Kaliumkanalöffner
  • α1-Antagonisten
  • α2-Agonisten
  • Renininhibitoren
  • NO-Donatoren

Deutlich eingeschränkt sind die Therapieoptionen bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft (Gestationshypertonie). Bei anhaltenden Fällen oder entsprechend schweren Fällen von Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann eine medikamentöse Therapie mit Methyldopa (synthetische Aminosäure), Beta-Blockern oder Dihydralazin (ein gefäßerweiternder Wirkstoff) erforderlich werden.

Die endgültige Therapieentscheidung liegt bei Ihrem behandelnden Arzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zu Bluthochdruck Medikamenten.

Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2019).

Weitere Informationen suchen zu

Werden Sie zum Blutdruck-Experten! Bequem und kostenlos!
Mit unserer Infomail erhalten Sie regelmäßig Informationen zum Herz/Kreislaufsystem und Tipps zum Umgang mit Bluthochdruck. So werden Sie Stück für Stück zum Experten.
Alle Informationen sind leicht verständlich aufbereitet.

Bitte geben Sie Ihre Email-Adresse ein:

Keine Kosten - kein Risiko. Keine Weitergabe Ihrer Daten.