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Blutdrucksenker Kombipräparate

Beim Kongress der European Society of Cardiology (ESC) Ende August 2018 in München wurde die neue Leitlinie zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck vorgestellt.
Bislang wurde Hypertonikern meist eine Medikation bestehend aus einem oder auch mehreren, verschiedenen Einzelwirkstoffen gegen den Bluthochdruck verordnet. Die neue Leitlinie sieht nun Kombinationspräparate, die 2 oder 3 Wirkstoffe kombiniert enthalten, als Standardtherapie vor.

Diese bieten viele Vorteile:

  • Weniger Tabletten einzunehmen
  • Geringere Wirkstoffmenge
  • Bessere Blutdrucksenkung
  • Weniger Nebenwirkungen
  • Mehr Therapietreue


Durch eine Therapie mit Kombipräparaten erhofft man sich eine Verbesserung der Situation in mehrfacher Hinsicht. Allem voran wird die Einnahme für den Patienten erleichtert, wenn er statt 2 oder 3 verschiedenen, nur noch eine Tablette gegen den Bluthochdruck einnehmen muss. Diese enthält dann bereits die Wirkstoffe der zuvor eingenommenen, 2 oder 3 verschiedenen Medikamente, bzw. kann diese durch eine geeignete Zusammenstellung ersetzen. Dazu kommen die Kombinationspräparate oft mit einer geringeren Wirkstoffmenge aus, was das Risiko von Nebenwirkungen reduziert. Hierdurch soll auch die Therapietreue gesteigert und das Auftreten von Folgeerkrankungen verringert werden.

Denn die Therapietreue, das war zu beobachten, nimmt mit der steigenden Anzahl der einzunehmenden Tabletten immer weiter ab. Je mehr Tabletten eine Person einnehmen soll, desto weniger gewillt ist sie häufig, dies zu tun. Auch die Gefahr ein Medikament zu vergessen, oder dass Fehler in der Zusammenstellung der „Portionen“ der einzunehmenden Präparate unterlaufen erhöht sich, je mehr Tabletten auf dem Medikamentenplan aufgelistet sind.
Werden Blutdruckmedikamente jedoch nicht wie verordnet eingenommen, kann dies bekanntlich fatale Folgen haben. Herzinfarkt, Schlaganfall und plötzlicher Herztod sind die gravierendsten Folgen, die bei einem nicht oder nur lückenhaft befolgten Therapieplan, drohen. Schäden kann ein zu hoher Blutdruck jedoch an vielen weiteren Orten im Körper, z.B. den Nieren oder Augen, anrichten. Neben der geminderten Lebensqualität verursachen diese Folgeerkrankungen auch hohe Kosten durch die Behandlung

Durch diese Änderung der Leitlinie steigen zwar zuerst einmal die Kosten für die Krankenkassen, da Kombipräparate meist teurer sind als die Einzelwirkstoffe. In der Folge verringern sich aber die hohen Kosten für die Behandlung der Folgeerkrankungen.

Quelle:




Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2018).


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