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Blutdruckuhren 

Neben den bekannten Blutdruckmessgeräten für den Oberarm oder das Handgelenk gibt es einige in eine Armbanduhr integrierte Messgeräte. Diese Uhren verfügen über eine im Armband eingearbeitete Messmanschette, die sich - wie bei den üblichen Geräten auch - zum Messen aufpumpt. Dank dieser Manschette kann der Blutdruck auf diese Weise nach dem herkömmlichen oszillometrischen Messprinzip ermittelt werden. Zu jeder Uhr gehört eine vom Hersteller zur Verfügung gestellte App, ohne die diese Geräte nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar sind.

Durch die Bauart und auch die Messmethode unterscheiden sich Blutdruckmessuhren in jeglicher Hinsicht von Smartwatches oder Fitnessarmbändern, die teilweise auch mit der Möglichkeit zur Blutdruckmessung beworben werden. Blutdruckmessuhren arbeiten - wie oben bereits erwähnt - mit einer bereits lange bekannten und bewährten Messmethode. Sie verwenden eine aufblasbare Manschette, durch die die Blutzufuhr im darunterliegenden Blutgefäß kurzzeitig unterbrochen wird. Die Blutdruckwerte werden durch die Schwingungen ermittelt, die daraufhin im Blutgefäß entstehen. Diese oszillometrische Methode der Blutdruckermittlung wird in nahezu allen erhältlichen Blutdruckmessgeräten für das Handgelenk oder den Oberarm genutzt.

Die Methode, die die Blutdruckmessung in Smartwatches und Fitnessarmbändern soll, ist hingegen völlig neu. Sie stützt sich auf die Pulswellenlaufzeit und ist zum heutigen Stand der Technik noch nicht ausreichend genau, um reelle Messergebnisse zu erbringen. Häufig wird in den Beschreibungen der entsprechenden Geräte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Messung nicht für medizinische Zwecke validiert ist. Gerade für Menschen mit Bluthochdruck hat diese Messmethode also derzeit noch nicht genügend Aussagekraft.

Die Blutdruckmessuhren stellen zwar ein Nischenprodukt dar, doch wir haben uns dennoch zwei der derzeit erhältlichen Modelle einmal genauer angesehen.

Omron HeartGuide

Omron bietet mit dem Omron HeartGuide seit Ende 2019 eine Armbanduhr mit integriertem Blutdruckmessgerät an. Die limitierte Uhr ist nach aktuellem Stand nur bei Omron direkt zu kaufen.

In der edel wirkenden Verpackung befinden sich neben der Uhr selbst das Ladekabel sowie die Bedienungsanleitungen, die in mehreren Sprachen als jeweils zweiseitiges Faltblatt beiliegen. Zusätzlich ist eine ebenfalls zweiseitige bebilderte Anleitung in der Packung zu finden.

Der HeartGuide erfreut beim ersten Ansehen durch seine moderne Optik und die runde Form. Beim Herausnehmen offenbart sich jedoch ein erster Kritikpunkt: Die Uhr bringt stolze 120 g auf die Waage, was weitaus mehr ist, als die durchschnittliche Smartwatch wiegt. Jedes Blutdruckmessen wird dadurch zum Mini-Workout. Auch der Durchmesser der Uhr von 48 mm bei einer Gehäusestärke von 14 mm sowie die Breite des Armbands mit 30 mm lassen das Gerät eher an ein kräftiges Handgelenk passen. Dies untermauert die Angabe, für welche Handgelenksumfänge es laut Bedienungsanleitung geeignet ist: zwischen 16 und 19 cm. Das Handgelenk des Nutzers sollte also weder besonders zart noch besonders stark sein.

Das Armband der Uhr besteht aus einem relativ instabilen Gummi. Darunter befindet sich die vorgeformte Blutdruckmanschette. Sehr praktisch ist, dass der Bezug der Messmanschette zur Reinigung abgenommen werden kann.

Das Anlegen des HeartGuide ist trotz der vorgeformten Manschette relativ schwierig, da das Armband darüber sehr flexibel ist und immer wieder wegrutscht. Zudem soll das längere Teil der Manschette beim Anlegen ein Stück weit unter das kürzere Teil rutschen, so dass beide Teile etwas überlappen. Auch das ist nur schwer allein zu bewerkstelligen.

Zur Nutzung der Uhr ist die Hersteller-App Omron Heart Adviser notwendig. Ohne eine erstmalige Kopplung mit dieser können keine Messungen vorgenommen werden. Ist die Kopplung vorhanden, lässt sich die Messung auch ohne die App starten. Leider klappte die Verbindung in unserem Test nicht mit allen Mobilgeräten. Um die App zu nutzen, ist zudem die Registrierung bei Omron von Nöten.

Leider läuft die Messung auch bei dieser Uhr nicht einfach unbemerkt nebenbei. Die Messposition mit der Uhr auf Herzhöhe muss exakt stimmen, ebenso wie die Körperhaltung, sonst kommt es gern zu Fehlmessungen oder die Messung wird nicht gestartet. Da das Display bei der korrekten Armhaltung vom Körper weg gerichtet ist, ist eine Kontrolle, ob die Messposition korrekt ist und die Messung startet, bedauerlicherweise kaum möglich. Nach einigen Messungen hat man den Dreh aber im Allgemeinen heraus und die Messungen funktionieren problemlos. Relativ angenehm sind sie zudem, da bereits beim Aufpumpen der Manschette gemessen wird. In der Öffentlichkeit die korrekte Haltung zur Messung einzunehmen, führte jedoch immer wieder zu fragenden Blicken, da sie doch etwas unnatürlich anmutet.

In unserem Test wichen die gemessenen Werte teilweise deutlich von den Vergleichsmessungen mit einem Blutdruckmessgerät ab. Die Fehlerquelle konnten wir leider nicht identifizieren, da die Messungen unter gleichen Bedingungen stattfanden.

Die Uhr bietet im internen Speicher 100 Speicherplätze für einen Benutzer. So kann eine Übertragung an die Hersteller-App auch nur von Zeit zu Zeit erfolgen. Gespeicherte Messungen lassen sich allerdings nicht mehr aus dem Speicher entfernen. Das muss man wissen, wenn man die Uhr einer anderen Person ausleiht, damit diese ihren Blutdruck einmal überprüfen kann. Der Wert der anderen Person erscheint zwangsläufig in der eigenen Chronik und verfälscht sie.

Die Akkuleistung ist mit 48 Stunden bei zehn Messungen täglich angegeben. Wir hatten im Test etwas weniger Messungen durchgeführt. So war nach zwei Tagen noch ausreichend Akku-Laufzeit übrig. Geht man von einer Ladepause alle zwei Tage aus, ist die Uhr durchaus dauerhaft zu verwenden.

Der Omron HeartGuide bietet weitere Funktionen wie einen Schrittzähler, Schlafüberwachung oder auch Benachrichtigungen, was ihn etwas mehr in die Nähe einer Smartwatch bringt. Letztere sind jedoch kaum zu bemerken und auch nur eingeschränkt zu aktivieren. Der Schrittzähler zählte deutlich weniger Schritte als das Smartwatch-Vergleichsmodell. Die Schlafüberwachung wäre an sich eine schöne Sache, gerade in Verbindung mit dem Blutdruck. Jedoch macht es die Größe und das Gewicht der Uhr sehr unbequem, sie in der Nacht zu tragen.

Der HeartGuide eignet sich also durchaus dazu, im Alltag einmal eben zwischendurch den Blutdruck zu messen. Völlig unauffällig geht es aber auch mit diesem Gerät leider nicht. Fraglich bleibt, wie aussagekräftig Blutdruckmessungen zwischendurch ohne ausreichende Ruhe sind. Schön sind die Zusatzfunktionen, die jedoch hinter dem Funktionalitätsumfang günstigerer Smartwatches zurückbleiben.

Mit einem Preis von 549,00 Euro ist der Omron HeartGuide nicht nur die funktionell umfangreichste, sondern auch die teuerste der uns bekannten Blutdruckmessuhren.

Medisana BPW 300

Beim Medisana BPW 300 handelt es sich um eine weitere Armbanduhr mit im Armband integrierter Blutdruckmessmanschette.

Nach dem Öffnen der Verpackung fällt zuerst die Größe der Uhr auf. Das viereckige Gehäuse misst stolze 4 cm x 4,6 cm und ist 1,5 cm dick. Das Armband muss der innen liegenden Manschette ausreichend Platz bieten und fällt daher mit 2,7 cm ebenfalls ziemlich breit aus. Geeignet ist die Uhr für Handgelenksumfänge zwischen 13,5 und 21,5 cm. Das Gewicht liegt mit 65 g etwas über dem einer größeren Smartwatch.

Das Anlegen ist auch bei einem durchschnittlichen Handgelenksumfang schwierig. Die eingearbeitete Manschette befindet sich im längeren Teil des Armbandes - also dort, wo auch die Löcher zum Schließen zu finden sind. Beim Anlegen muss nun ein Teil der Manschette unter das andere Armbandteil - das mit der Schließe - wandern. Dies ist alleine wirklich schwierig zu bewerkstelligen und erfordert eine gehörige Portion Fingerfertigkeit.

Das E-Ink-Display entspricht der Größe einer Armbanduhr. Die Zahlen werden in Weiß auf schwarzem Hintergrund gezeigt. Leider ist die Helligkeit der Ziffern eher gering, sodass das Ablesen in Dunkelheit nicht ganz einfach ist. Die Zifferngröße ist jedoch ausreichend, um die Zahlen bei guten Lichtverhältnissen gut ablesen zu können. Eine Ausnahme bildet die Anzeige von Wochentag und Datum, die klein oben im Display eingeblendet werden. Hier muss man genau hinsehen, um es zu erkennen. Wechselt die Anzeige zum Beispiel vor einer Messung oder beim Abrufen des Speichers, blinkt der Bildschirm und wird dann kurz schwarz, bevor die neue Anzeige zu sehen ist. Es benötigt also einen kleinen Moment Geduld - die Uhr ist nicht defekt!

An der Seite der Uhr sind zwei Knöpfe angebracht. Einer startet (und stoppt gegebenenfalls) die Messung und der andere dient zum Abruf des zuletzt gemessenen Wertes. Dieser zeigt dann den zuletzt gemessenen Puls, den systolischen und den diastolischen Blutdruckwert, doch allerdings ohne Angabe von Datum und Uhrzeit.

Die Messung kann über den genannten Kopf gestartet werden. In der dazugehörenden VitaDock+ App des Herstellers lässt sich auch ein automatisches Messintervall einstellen. Hierzu weiter unten mehr.

Wird eine Messung gestartet, blinkt der Bildschirm zuerst und dann wird in englischer Sprache der Hinweis auf die korrekte Messposition angezeigt. Nach einem erneuten Blinken des Displays wird die Messung gestartet - ohne Kontrolle, ob die Messposition korrekt eingenommen wurde. Es sind also auch Messungen in falschen Armhaltungen möglich. Erkennt die Uhr einen Fehler (zum Beispiel Bewegung bei der Messung), erscheint im Display eine englischsprachige Fehlermeldung, die nicht immer verständlich ist. Unter anderem erschien die Meldung „Measuring inappropriate“, was übersetzt „Messung unangemessen“ heißt. Ob dies nun bedeutet, dass die Messung fehlerhaft war, dass der Blutdruck eventuell außerhalb des Messbereiches liegt oder dass ein anderes Problem vorliegt, lässt sich daraus leider nicht erschließen.

Die Messung selbst ist relativ angenehm, da bereits beim Aufpumpen der Manschette gemessen wird. Nach Ende der Messung blinkt das Display erneut - diesmal zweimal hintereinander. Dann werden die Messwerte angezeigt. Die Werte können daraufhin in die Hersteller-App übertragen werden.

Leider blieb uns verborgen, ob eine automatische Synchronisation der Uhr, die in der App als „Sugarwatch“ bezeichnet wird, möglich ist. Wir wurden bei jedem Öffnen der App gefragt, ob die Uhr synchronisiert werden soll. Die Synchronisation dauert auch ohne neue Messungen, die übertragen werden, einige Sekunden. Ohne Synchronisation blieben die bisher bestehenden Daten in der App ausgegraut.

Das automatische Messintervall konnten wir nur bei der ersten Inbetriebnahme der Uhr wählen. Nachträglich ließ sich diese Einstellung in der App leider nicht mehr auffinden. Von einem weiteren Tester konnte die Einstellung auch nachträglich vorgenommen werden. Eventuell gibt es hier Unterschiede, auf welchem Smartphone die App betrieben wird.

Neben der Blutdruckmessuhr lassen sich weitere Medisana-Geräte mit der App verbinden.

Sehr positiv ist die Laufzeit des Akkus zu bewerten, der mittels beiliegenden USB-Kabels (ohne Netzteil) geladen werden kann. Die vom Hersteller angegebenen fünf Tage Akku-Laufzeit bei zwei Messungen täglich wurde locker überschritten. Selbst nach sechs Tagen zeigte der Akku unserer Uhr noch zwei von vier Strichen. Leer war er erst nach neun Tagen. Allerdings haben wir nicht mehr täglich gemessen.

Die Bedienungsanleitung beziehungsweise die Bedienungsanleitungen liegen der Uhr als Faltblätter in mehreren Sprachen bei. Insgesamt ist die Beschreibung der Handhabung eher dürftig. Einige Bilder verdeutlichen die Bedienung des Gerätes allerdings. Leider ist keine weiterführende Information zur Handhabung der App über das erste Verbinden der Uhr hinaus vorhanden.

Insgesamt handelt es sich bei der BPW 300 Blutdruckmessuhr um eine sehr große Armbanduhr im Retrodesign, die der angegebenen Grundfunktion entspricht. Die vom Hersteller angegebene Messgenauigkeit des Gerätes ist gut. Diese kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Uhr korrekt, also bei richtig eingenommener Messposition verwendet wird. Zu beachten ist, dass eine Blutdruckmessung einmal schnell zwischendurch, wie sie mit dem Gerät möglich ist, keine Ruhewerte ergeben kann. Ein Vergleich mit den normalerweise zu Hause im Sitzen und in wirklicher Ruhe gemessenen Werten ist schwierig. Die Funktion der zugehörigen App des Herstellers möchten wir freundlich als gewöhnungsbedürftig bezeichnen.

Preislich liegt die Medisana BPW 300 Blutdruckmessuhr mit 349,95 Euro deutlich über den üblichen Blutdruckmessgeräten.

Newgen Medical BPW-100

Pearl hat ebenfalls eine Armbanduhr mit integrierter Blutdruckmanschette im Angebot. Wir haben auch zu dieser Uhr recherchiert:

Sowohl optisch als auch von den angegebenen technischen Daten und Funktionen her ähnelt die Uhr der Medisana-Uhr wie ein Ei dem anderen. Lediglich die Gehäusefarbe ist Schwarz anstelle von Silber. Die dazugehörige App wollte sich bei uns aber nicht mit der Medisana-Uhr verbinden lassen. Ob das auf einen Unterschied der beiden Uhren hindeutet oder die App der Pearl-Uhr einfach Probleme macht, konnten wir nicht feststellen. Die wenigen Rezensionen zu Uhr und App fallen vernichtend aus, weshalb wir auf einen persönlichen Test verzichtet haben. Wir vermuten, dass Medisana hier die gleiche Uhr wie Pearl genommen und in die eigene App integriert hat. Die Pearl-Uhr ist bereits seit 2019 auf dem Markt. Preislich liegt sie zwar deutlich unter den Angeboten von Omron und Medisana, schlägt mit knapp 200,00 Euro aber immer noch relativ stark zu Buche.

Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (06/2021).


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