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Diastolischer Blutdruck

Den Druck, den das Blut auf die Blutgefäße ausübt, nennt man Blutdruck. Unterschieden werden systolischer und diastolischer Blutdruck. Der systolische Blutdruck wird durch die Kontraktion der Muskulatur der linken Herzkammer erzeugt. Er ist immer deutlich höher als der diastolische. Der diastolische Blutdruck ist der „Rest“-Druck, der bei der Erschlaffung des Herzmuskels übrig bleibt. Während der Phase der Diastole füllen sich die Kammern des Herzens mit Blut aus den Vorhöfen, das bei der nächsten Kontraktion (Systole) ins Gefäßsystem ausgestoßen wird.

Illustration Systole und Diastole

Der diastolische Blutdruckwert repräsentiert somit den niedrigsten Druck im Gefäßsystem - einen Basisdruck, dem die Gefäße permanent ausgesetzt sind. Normale Werte für den diastolischen Blutdruck liegen unter 84 mmHg.

Eine weitere wichtige Funktion der Diastole besteht in der Versorgung der Koronararterien. Während der Systole kontrahieren die Herzmuskeln (ziehen sich zusammen) so stark, dass für Sekundenbruchteile die Durchblutung in den Herzkranzgefäßen zum Erliegen kommt. Erst mit dem Erschlaffen der Herzmuskulatur kommt es wieder zu einem normalen Blutfluss. Während der Diastole füllen sich nicht nur die Herzkammern, sondern es findet auch eine Versorgung der Koronararterien statt. Die Koronararterien entspringen der Aorta (Hauptschlagader) direkt an deren Ursprung, dem sogenannten Bulbus aortae. Die Öffnungen der Koronararterien liegen in den Räumen, die die Taschen der Aortenklappe bilden. Während der Systole sind diese Einmündungen verschlossen, weil die systolischen Druckverhältnisse in der großen Körperschlagader schädlich für das Koronarsystem sind. Mit Einsetzen der Diastole öffnen sich diese Einmündungen. Der diastolische Druck baut sich auf und bewirkt - verbunden mit der Windkesselfunktion der Aorta und der großen efferenten (abführenden) Blutgefäße - eine Versorgung der Koronararterien.

Damit wird klar, dass permanent zu hohe diastolische Blutdrücke einen zerstörerischen Einfluss auf das koronare Herzsystem haben. Während hohe systolische Werte das periphere Gefäßsystem schädigen, zu Schlaganfällen führen können, die Nierenfunktion zerstören und dergleichen, schädigt ein zu hoher diastolischer Blutdruck das koronare Gefäßsystem in ähnlicher Weise. Bei beiden Formen kommt es früher oder später zur Ausbildung einer Sklerose (Verhärtung) der Arterien. Diese sklerotischen Veränderungen behindern den Blutfluss, was in den Koronararterien besonders empfindlich registriert wird. Das „Endprodukt“ eines permanent hohen diastolischen Blutdrucks ist Angina pectoris (Brustenge) und Myokardinfarkt (Herzinfarkt).

Um die Sauerstoff- und Nährstoffbilanz in den Koronararterien zu verbessern, ist es ratsam, die Dauer der Diastole zu erhöhen. Dies ist durch eine Senkung der Herzfrequenz leicht zu erreichen. Von daher sind Beta-Blocker bei Angina pectoris das Mittel der ersten Wahl. Diese Therapie muss immer in Absprache mit einen Arzt geschehen und darf keinesfalls Selbstmedikation sein.

Quellen:


Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (04/2022).

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