Hoher Blutdruck (= Hypertonie = Bluthochdruck)

Hoher Blutdruck gilt in den Industrieländern als eine der am stärksten verbreiteten Zivilisationskrankheiten. Bewegungsmangel, Stress, falsche Ernährungsgewohnheiten, Alkohol- und Nikotingenuss und hohes Lebensalter erhöhen das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.
Der Blutdruck wird in zwei Werten gemessen: dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck. Übersteigt dauerhaft der systolische Wert die Grenze von 140 mmHg oder der diastolische Wert die Grenze von 90 mmHg, dann lautet die Diagnose: hoher Blutdruck bzw. Hypertonie.

Bei einem primären Bluthochdruck, auch primäre Hypertonie genannt, lässt sich keine Grunderkrankung als Auslöser finden. D.h. die Diagnose kann erst gestellt werden, wenn andere Grunderkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden konnten.

Als sekundären Bluthochdruck, die sekundäre Hypertonie,bezeichnet man einen Bluthochdruck der als Folgeerscheinung auftritt. Der Bluthochdruck wird z.B. durch eine Grunderkrankung hervorgerufen. Auch ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft fällt unter den Begriff der sekundären Hypertonie. Ebenso wird ein durch bestimmte Medikamente ausgelöster Bluthochdruck als sekundärer Bluthochdruck bezeichnet.
Wenn hoher Blutdruck im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit diagnostiziert wird, muss neben der medikamentösen Behandlung des Blutdrucks vor allem die Grunderkrankung behandelt werden.
Zu hohe Blutdruckwerte können schwerwiegende Folgeschäden nach sich ziehen, zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen.
Ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck besteht auch bei vorhandenem Übergewicht, erhöhten Cholesterinwerten und Diabetes.

Wenn Sie unter hohem Blutdruck leiden, sollte die Therapie möglichst ganzheitlich in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt erfolgen. Als Erstes sollten Sie auf einen gesünderen Lebensstil achten. Hierzu gehören eine fettreduzierte, ausgewogene Ernährung und, in Absprache mit dem Arzt, mehrmals wöchentlich regelmäßige Bewegung. Am besten schließt man sich hierzu einem Sportverein an oder trifft sich regelmäßig mit Freunden zum Joggen, Walken oder Schwimmen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein konsequentes Ausdauertraining zwei bis drei Mal in der Woche einen positiven Einfluss auf den Blutdruck und das gesamte Herz-Kreislaufsystem hat. Bei gering bis mittelmäßig erhöhten Werten kann sich der Blutdruck sogar so verbessern, dass Medikamente nicht notwendig sind. Da sich auch Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie negativ auf den Blutdruck auswirken, ist es empfehlenswert, zur Stressreduzierung eine Entspannungstechnik wie Jacobson'sche Muskelentspannung oder Autogenes Training zu erlernen. Diese können Sie sich teilweise selbst aneignen, zum Beispiel mit entsprechenden CDs oder DVDs, oder Sie besuchen Seminare oder Kurse bei der VHS oder in einem Sportverein.
Sollte eine Änderung des Lebensstils nicht zur ausreichenden Senkung der Blutdruckwerte führen, muss eine medikamentöse Therapie mit einer individuellen Dosierung der passenden Medikamente erfolgen. 

Beschwerden wie häufige Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel, Sehstörungen oder Luftnot können Symptome der Erkrankung sein. Leider wird hoher Blutdruck oft sehr spät erkannt, da er über lange Zeit völlig ohne spezifische Beschwerden vorliegen kann.

Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (04/2017).








 

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