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Medizinischer Nutzen von BlutdruckDaten


Welchen Nutzen haben Patienten, die BlutdruckDaten zur Kontrolle des Blutdrucks verwenden?


Blutdruck-App
Das ist eine sehr spannende Frage und leider nicht einfach zu beantworten. Wir können mit Zahlen belegen, dass unsere Nutzer einen großen Vorteil haben.  Allerdings finden wir selbst diesen Beleg nicht akzeptabel. Doch sehen Sie selbst:

Wir haben die Blutdruckwerte unserer Nutzer, selbstverständlich anonymisiert, ausgewertet. Die Daten wurden erhoben zum Nachweis positiver Versorgungseffekte im Rahmen einer Erprobung nach § 139e Absatz 4 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch.

In der Auswertung haben wir Nutzer eingeschlossen die in den ersten 8 Tagen der Nutzung mindestens 5 Messungen und im Zeitraum 90 bis 97 Tage nach der ersten Nutzung mindestens 5 Messungen erfasst hatten. Der Durchschnittsblutdruck in den ersten 8 Tagen sollte mindestens 140/90 betragen. (sowohl als auch, also auch nur erhöhter systolischer oder diastolischer Druck).

Ergebnis:
Bluthochdruck zu Beginn (>=140 oder >=90)
        Konten: 2229
davon mit Meds: 850
          Gast: 616
davon mit Meds: 100

Davon am Ende normaler Blutdruck (<140 und <90)
        Konten: 1338 (entspricht 60%)
davon mit Meds: 519 (entspricht 61%)
          Gast: 334 (entspricht 54%)
davon mit Meds: 58 (entspricht 58%)

Komplett: 1672 von 2845 (entspricht 59%)

Delta
User ohne Meds: -10,12/-5,88
 User mit Meds: -12,10/-7,07
Gast ohne Meds: -8,50/-4,82
 Gast mit Meds: -9,50/-5,95

Das heißt also, dass fast 60% unserer Nutzer, die am Anfang einen Bluthochdruck haben, nach 90 Tagen einen normalen Blutdruck vorweisen können.


Das ist doch eine Sensation. Die App heilt Bluthochdruck bei 2/3 aller Patienten in einem Quartal. Der Blutdruck wird auch ohne Medikamente um 10 bzw 8,5 mmHg gesenkt!

So könnte man das jedenfalls lesen und leider tun das auch manche andere. Aber natürlich stimmt das nicht. Dafür gibt es Gründe:

1. Nur weil jemand seine Medikamente nicht in der App einträgt, heißt es nicht, dass er auch keine nimmt.

2. Es gibt einen riesigen Selektionsbias, also eine Verzerrung, weil eher die Menschen eine App nutzen, die ernsthaft Ihren Bluthochdruck bekämpfen wollen. Diese Menschen haben vielleicht auch gleichzeitig angefangen Ihren Lebensstil zu ändern. Das kann dann nicht verallgemeinert werden.

Mit anderen Worten: Ohne eine randomisierte Kontrollgruppe sind Aussagen über die Blutdrucksenkung komplett wertlos. Der Gold-Standard wäre eine placebokontrollierte Studie. Das ist allerdings hier nicht möglich, da man schon merkt, ob man nun eine App nutzt oder nicht. Entsprechend müsste die Signifikanz in den Ergebnissen mehr als deutlich sein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weißt mehrfach auf einen hohen Placeboeffekt bei Bluthochdruck hin.

Im Detail sind dann noch Fragen zu klären, wem man die Blutdrucksenkung zu schreibt. Erkennt ein Patient aufgrund der App, dass sein Blutdruck nicht gut eingestellt ist, spricht mit seinem Arzt. Dieser passt die Medikation an. Ist das nun ein Effekt der App, des Arztes oder der Medikamente?

Und genau das sind auch die Gründe, warum wir noch keine Studie zum medizinischen Nutzen von BlutdruckDaten haben. Um das sauber zu machen ist die Untersuchung von sehr vielen Patienten nötig. Eine solche Studie liegt einfach deutlich über dem, was unsere Ressourcen hergeben.

Was wir aber leichter nachweisen können ist, dass die Nutzer der App einfach mehr vom Thema verstehen, regelmäßiger ihren Blutdruck messen und zuverlässiger ihre Medikamente einnehmen.

Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (06/2022).

Das BlutdruckDaten-Team ist seit 2009 für die hohe Expertise zum Thema Bluthochdruck im deutschen Internet bekannt. Die zugehörige App wird von hunderttausenden Nutzern täglich konsultiert. Alle Artikel werden umfangreich recherchiert und auf wissenschaftlichen Fakten basierend erstellt. Diese Fakten werden regelmäßig geprüft und Artikel auf den neuesten Stand gebracht.


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