Text verfasst und medizinisch-fachlich geprüft von
Dr. Chris Wollenberg.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Blutdruck

Eine Patientin berichtet uns, dass nach Jahren erfolgloser medikamentöser Behandlung des Bluthochdrucks (140-150/90-95) bei ihr eine Weizen-Intoleranz und eine Laktose-Intoleranz festgestellt wurden. Bereits 14 Tage, nachdem sie Weizen und Laktose aus ihrer Nahrung weggelassen hatte, hat sich ihr Blutdruck normalisiert (Werte um 100-115/70-80).

Nahrungsmittel- bzw. Lebensmittel-Unverträglichkeiten entstehen, wenn Nahrungsbestandteile durch geschädigte Bereiche des Dünndarms in den Körper gelangen und dort vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt und bekämpft werden. Warum kann die Darmwand geschädigt sein? Falsche Ernährung und Lebensweise tragen dazu bei: Alkohol, Stress, Medikamente, Infektionen oder Umweltgifte können die Darmschleimhaut beschädigen3. Auch andere Wege zur Erlangung einer Allergie sind beschrieben worden, z. B. bei der Pollenallergie das Einatmen der Pollen. Nachweislich haben eingeatmete Feinstäube, Rußpartikel, die als umweltbelastendes Ergebnis des Straßenverkehrs zunehmend in die Kritik geraten1, einen negativen Einfluss auf den Blutdruck.

AllergieOb es sich bei Allergien und Unverträglichkeiten um eine Weizenallergie, eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder eine Lactoseintoleranz handelt, alle diese Erkrankungen können von einem Bluthochdruck begleitet sein2. Oft finden Ärzte die Ursache nicht und behandeln den Bluthochdruck mit Medikamenten, statt eine Ernährungsumstellung zu empfehlen.

Bei einer festgestellten Histamin-Unverträglichkeit wird hoher Blutdruck ebenso wie Tachykardie und Herzrhythmusstörungen, aber auch Hypertonie als Begleiterscheinung genannt3. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Lactoseintoleranz wird auch über Hypotonie und Extrasystolen berichtet4. Diese Quelle gibt die Häufigkeit des Auftretens klinisch relevanter Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit 1-2 % der Bevölkerung an. Nach eigenen Angaben befragter Menschen liegen die Zahlen deutlich höher, nämlich bei 10-20 % 3. Unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leidet 1 von 200 Personen - da aber nur 20 % der Betroffenen das Vollbild dieser Erkrankung zeigen, werden von Zöliakie verursachte Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck oft nicht mit der Gluten-Unverträglichkeit in Verbindung gebracht1.

Es sollte auch ein anderer Aspekt in Betracht gezogen werden: Wenn Sie Medikamente gegen eine Ihrer Allergien oder Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz nehmen (wenn sie für eine Senkung des Blutdrucks verantwortlich gemacht wird), kann es sekundär zu einer Steigerung des Blutdrucks kommen5.

Quellen:
  1. http://stat.tugraz.at/archiv/feinstaubdiezeit.pdf gefunden 23.08.2013
  2. http://lebensmittelunvertraeglichkeit.blogspot.com.es/en gefunden 23.08.2013
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Histamin-Intoleranz gefunden 23.08.2013
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungsmittelunvertr%C3%A4glichkeit#Symptome gefunden 23.08.2013
  5. http://symptomat.de/Bluthochdruck gefunden 23.08.2013
Text medizinisch-fachlich geprüft und überarbeitet von
Sabine Croci (10/2016).








 

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