Wann sollten Sie den Blutdruck messen?

Bluthochdruck wird kaum bemerkt, ist jedoch eine stete Bedrohung. Erkannt wird er nur durch das routinemäßige Messen der Blutdruckwerte. Ist ein Bluthochdruck entdeckt worden, ist es erst recht wichtig, die Werte durch regelmäßiges Messen im Auge zu behalten. Doch wie oft ist das sinnvoll, und wann sind die richtigen Zeiten hierfür?

Gefahr durch Bluthochdruck

Bluthochdruck kann Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie Nieren- und Augenschäden auslösen. Der hohe Druck lässt sich jedoch reduzieren. Maßnahmen sind der Abbau von Übergewicht, mehr Bewegung, salzarmes Essen und die strikte Reduktion oder gar der Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Bei Bedarf senken Tabletten den Blutdruck. Der Erfolg dieser Maßnahmen lässt sich nur durch das Messen des Blutdrucks kontrollieren. Fachleute verweisen darauf, dass es für die Häufigkeit der Messung kein Pauschalrezept gibt, diese orientiert sich vielmehr an individuellen Gegebenheiten. Wenn der Arzt soeben den Bluthochdruck festgestellt und eine Therapie eingeleitet hat, sollten Betroffene ihren Blutdruck dreimal täglich messen. Nach stabiler Einstellung des Blutdrucks genügt es im normalen Alltag ohne besondere Ereignisse (Krankheiten, Feierlichkeiten, Reisen, außergewöhnliche Aufregung), einmal täglich zu messen. Hierbei sollten jedoch verschiedene Zeitpunkte gewählt werden. Wer eine Therapie wieder umstellt, sollte erneut dreimal täglich messen.

Tageszeiten für die Blutdruckmessung

Es gibt Tageszeiten, an denen der Blutdruck höher als normal ist. Das ist morgens nach dem Aufstehen, oft auch nach einem Mittagsschlaf. Gerade während einer Diagnosephase oder zum Beginn einer Therapie ist es wichtig den morgendlichen Blutdruck zu messen. Der Blutdruckanstieg am Morgen ist der höchste des Tages, auch Herzinfarkte und Schlaganfälle treten morgens gehäuft auf. Weitere Tageszeiten bei dreimaliger Messung können 12.00 bis 16.00 Uhr, der späte Nachmittag oder abends sein. Die gemessenen Werte sollten Patienten dann durch ihren Arzt nachkontrollieren lassen. Die Blutdruckmessung bei der ärztlichen Untersuchung ist obligatorisch. Sie vermittelt dem Patienten eine Bestätigung, dass sein Blutdruck entweder normal ist oder dass seine selbst vorgenommene Messung exakt durchgeführt wurde. Es genügt aber nicht, nur in der ärztlichen Praxis den Blutdruck zu messen. Damit lässt sich keine individuelle und optimale Therapie durchführen. Die Selbstmessung daheim ist also Pflicht.

Vorteile für den Patienten durch regelmäßiges Messen

Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle daheim und zusätzlich beim Arzt dient der Steuerung einer Hochdrucktherapie. Die Risiken lassen sich dadurch minimieren, denn extreme Ausschläge werden rechtzeitig erkannt. Dem Patienten ist es durch die Messung zu Hause möglich, ihr Befinden in Zusammenhang mit dem Blutdruck zu setzen. Permanent hoher Blutdruck wird zwar im Alltag wenig bemerkt, doch bei Hochdruckspitzen kann es Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und sogar Nasenbluten geben. Ein weiterer Vorteil der regelmäßigen Messung des Blutdrucks besteht darin, dass Patienten die Unterschiede zwischen ihrer eigenen Messung und der in der Arztpraxis erkennen. Anfängliche Messfehler bei der Selbstmessung sind vollkommen normal, der Arzt kann hierzu beraten. Sie sind allerdings nicht durchweg die einzige Ursache für Abweichungen zwischen der Arztpraxis und daheim. Es gibt auch Patienten mit sogenannter “Weißkittel-Hypertonie”. Diese weisen wirklich nur beim Arzt erhöhte Blutdruckwerte auf. Das Gegenteil davon sind Menschen mit maskierter Hypertonie. Solche Personen haben beim Arzt normale Blutdruckwerte auf, daheim sind diese aber erhöht. Wenn dies vermutet wird, wird meist eine  automatische Messung über 24 Stunden mit einem tragbaren Blutdruckmessgerät durchgeführt. Dieses erfasst im Rhythmus von 15 - 30 Minuten die Blutdruckwerte, und das auch nachts.

Blutdruck-Langzeitmessung

Die ambulante Langzeitblutdruckmessung - also wie beschrieben mit tragbarem Messgerät und permanent - ist für die genaue Diagnostik erhöhter Blutdruckwerte unverzichtbar. Die hohe Zahl der Messungen erlaubt sichere Rückschlüsse für den Arzt, er kann so das wahre Blutdruckniveau des Patienten bestimmen. Blutdruckschwankungen und auch die Blutdruckvariabilität lassen sich nur so erfassen. Eine weitere wichtige Information betrifft den nächtlichen Blutdruckabfall, der normalerweise eintreten sollte. Außerdem dienen Langzeitmessungen der Kontrolle. Da nach festgestelltem Bluthochdruck oft Medikamente verschrieben werden, dient die Langzeitmessung dem Überprüfen ihrer Wirksamkeit. Nötigenfalls wird auf ein anderes Medikament und/oder weitere Maßnahmen umgestellt. Bei der Medikation ist wiederum wichtig, dass auch die Phasen mit einem sehr niedrigen Blutdruck erfasst und verhindert werden. Denn auch dieser kann, durch die Sturzgefahr bei Ohnmachtsanfällen, gefährlich sein. Die Geräte für eine ambulante Langzeitmessung stellen normalerweise Ärzte zur Verfügung.

Richtig den Blutdruck messen

Eigentlich lässt sich Blutdruck beim richtigen Einsatz des Gerätes gut messen, doch es gibt einige Regeln. Dass die Messung vor der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten erfolgen muss, versteht sich von selbst. Vor der Messung sollte eine Ruhezeit zwischen drei und fünf Minuten eingehalten werden. Die Ablassgeschwindigkeit aus einer Oberarmmanschette sollte um 2-3 mmHg/s liegen, was beim Blutdruck von 160/90 mmHg eine Zeit um eine halbe Minute bedeutet. Der Messpunkt muss in Herzhöhe gelegen sein, auch ist stets der Arm zu verwenden, der den höheren Blutdruckwert aufweist. Die Manschette darf nicht zu klein sein, sie zeigt sonst zu niedrige systolische (obere) und zu hohe diastolische (untere) Messwerte an. Sie sollte zwei Drittel des Oberarms bedecken und auch ausreichen, um einen sehr kräftigen Oberarm zu umschließen. Die Bekleidung des Arms mit einem dünnen Hemd spielt übrigens für die Messung keine Rolle. Dickere Kleidungsstücke sollten allerdings abgelegt werden. Das Hochkrempeln des Ärmels ist nur bei sehr weiten Kleidungsstücken zulässig, da der Umschlag engerer Armteile den Blutfluss behindern und somit die Messung verfälschen kann.

Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (04/2017).









 

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