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Wechselwirkung von Cannabis (CBD/THC) und Medikamenten

wie vertragen sich Medikamente und Cannabis?

Cannabiskonsum soll auch in Deutschland legalisiert werden. Das steht auf der Agenda der neuen Bundesregierung. Bekannt ist, dass der Konsum von Marihuana und Haschisch auch ohne Legalisierung weit in der Bevölkerung verbreitet ist. Daher möchten wir etwas vorgreifen, um auf mögliche Wechselwirkungen aufmerksam zu machen.

CBD
 und THC sind die zwei bekanntesten Wirkstoffe von mehr als hundert
Cannabinoiden in der Hanfpflanze CBD und THC sind die zwei bekanntesten Wirkstoffe von mehr als hundert Cannabinoiden in der Hanfpflanze
Wie die Pharmazeutische Zeitung im Januar 2022 berichtet, sind Interaktionen zwischen Cannabis und vielen Medikamenten möglich. Die Wirkung der Medikamente kann sich sowohl abschwächen als auch verstärken, was zu eventuell gefährlichen Überdosierungen führen kann. Dies kann auch den bereits bestehenden Untersuchungen zu medizinischem Cannabis sowie CBD-Produkten, die ja bereits erhältlich sind, entnommen werden. Im Vergleich mit diesen Cannabis-basierten Medikamenten und THC-freien CBD-Produkten verschärft sich die Gefahr von Wechselwirkungen beim Cannabiskonsum jedoch, da es sich bei der legalisierten „Droge“ um keinen isolierten  einzelnen Wirkstoff, sondern um eine Mischung aus verschiedenen Stoffen handelt.

Bereits bekannt ist zum Beispiel eine Wechselwirkung mit dem „Blutverdünnungsmittel“ Marcumar und dessen Generika – also mit Mitteln mit derselben Wirkstoffzusammensetzung, aber anderem Namen. Der Konsum von Cannabis während der Marcumar-Therapie kann eine erhöhte Blutungsgefahr zur Folge haben. Dies ist unter Umständen gefährlich, da sich – wie Marcumar- Patienten wissen – Blutungen unter Marcumar-Einnahme schlecht stoppen lassen. Das bezieht sich  nicht nur auf äußerliche Blutungen, sondern beispielsweise auch auf Blutungen im Magen-Darm- Trakt. Auch für eine andere Gruppe gerinnungshemmender Medikamente, die direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) wie Pradaxa (Dabigatran), Xarelto (Rivaroxaban ) und Eliquis (Apixaban), ist eine entsprechende Wechselwirkung mit Cannabis möglich.

Gegenteilig verhält es sich, wenn die Gerinnungshemmung Plavix (Clopidogrel) herbeigeführt wird. Hier kann es zu einer verminderten antithrombotischen (blutverdünnenden) Wirkung kommen. Die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, steigt also in diesem Fall durch den Konsum von Cannabis.

Ähnliche Wechselwirkungen werden für eine Vielzahl weiterer Medikamente beschrieben und zum Teil auch erst vermutet. Wir haben das Beispiel der Gerinnungshemmer aufgegriffen, da das als belegt gilt und Gerinnungshemmer häufig bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet werden – zum Beispiel nach bereits durchgemachten Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Damit aus dem High kein Heieiei wird, scheuen Sie sich bitte nicht, Ihre Apothekerin oder Ihren  Apotheker nach eventuellen Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten zu befragen, wenn Sie Cannabis konsumieren möchten.

Quellen:


Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (04/2022).

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