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Was hilft gegen Covid-19?

Mittlerweile beschäftigt Sars-CoV-2, das allgemein als das Coronavirus bezeichnet wird, uns alle schon eine ganze Weile. Da Bluthochdruck zu den Risikofaktoren zählt, nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 schwer zu erkranken, verfolgen wir von BlutdruckDaten die dieses Virus bzw. die Erkrankung Covid-19 betreffenden Meldungen mit besonderem Interesse. Neben den bekannten Abstands- und Hygiene-Maßnahmen liest man immer wieder von Ratschlägen, was gegen eine Infektion oder im Falle einer Infektion dem Betroffenen helfen soll. Wir haben uns einige dieser Meldungen genauer angesehen und unsere Erkenntnisse für Sie zusammengetragen.

Vitamin D:

Vitamin D – das sogenannte Sonnenvitamin – spielt in vielen Prozessen unseres Körpers eine Rolle. Wir können das Vitamin selbst bilden, wenn wir uns ausreichend Tages- beziehungsweise Sonnenlicht aussetzen oder es über die Nahrung aufnehmen. Quellen hierfür sind zum Beispiel Fisch, Milchprodukte, Leber, Ei, Pilze, Avocado und dergleichen. Wie viel davon im Körper vorhanden sein sollte, darüber scheiden sich noch etwas die Geister. Deshalb findet sich in vielen Studien die Formulierung „ein wahrscheinlicher Vitamin-D-Mangel“ oder „ein wahrscheinlich ausreichender Vitamin-D-Status“ oder ähnlich. Es gibt jedoch einen Grenzwert, der für einen gravierenden Vitamin-D-Mangel anerkannt ist. Dies nur zur Erklärung.

Ein gravierender Mangel des Vitamins im Körper führt beispielsweise zur (vor allen Dingen früher) gefürchteten Rachitis bei Kindern und im Erwachsenenalter zur Entstehung von Osteoporose, da Vitamin D unter anderem die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm ermöglicht, um dieses in die Knochen einzubauen.

Neuer sind die Erkenntnisse, die das Sonnenvitamin auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, bestimmten Krebsarten und auch mit einem erhöhten Infektionsrisiko in Verbindung bringen. Gerade der letzte Punkt scheint auch einen Einfluss auf die Möglichkeit einer Infektion mit  SARS-CoV-2 zu bergen. In Beobachtungsstudien wurde tatsächlich festgestellt, dass Menschen, die an einem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung leiden, häufig auch niedrige Vitamin-D-Konzentrationen aufwiesen. Ob dies nun aber die Folge oder die Ursache der Infektion ist, ist nicht klar. Wie oben bereits beschrieben, korrelieren niedrige Vitamin-D-Spiegel häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes et cetera – also mit Vorerkrankungen, die für sich genommen als Risikofaktoren gelten.

Eine spanische Beobachtungsstudie prüfte gezielt die Vitamin-D-Serumkonzentrationen von Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus lagen. Es fielen zwar niedrige Vitamin-D-Werte auf, doch diese konnten nicht in einen ursächlichen Zusammenhang mit der Schwere des Krankheitsverlaufes gebracht werden.
Die Studie wurde später wegen wissenschaftlicher Mängel vom Preprint-Server von The Lancet entfernt.
(https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3771318)

Eine andere Studie – ebenfalls eine Beobachtungsstudie – untersuchte Patienten, bei denen im Jahr vor dem SARS-CoV-2-Test das Vitamin D im Blut bestimmt wurde. Insgesamt konnten 489 Personen identifiziert werden, die diese Voraussetzungen erfüllten. Die Wahrscheinlichkeit einer Covid-19-Erkrankung lag bei der Gruppe, die einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel hatte, um 1,77 höher als in der Vergleichsgruppe.

Weitere Studien, die sich nicht nur auf Beobachtungen stützen, sondern gezielt erforschen, wie sich eine Vitamin-D-Gabe auf die Infektionswahrscheinlichkeit oder die Schwere einer Erkrankung mit SARS-CoV-2 auswirkt, stehen derzeit noch aus. Zusammenfassend ist also auch hier zu sagen, dass es keinen Nachweis für einen ursächlichen Zusammenhang von einem (vermeintlichen) Vitamin-D-Mangel und Covid-19 gibt. Auch die Annahme, dass es ja nicht schaden kann, Vitamin D zu supplementieren, ist kritisch zu sehen.

Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein warnt sogar vor einer Überdosierung, da es Hinweise gibt, dass zu hohe Serumkonzentrationen eine immunsuppressive, also das Immunsystem unterdrückende Wirkung haben können. Weitere bekannte Symptome einer Überdosierung sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Verstopfung und auch Herzrhythmusstörungen. In schweren Fällen kann daraus eine Nierenschädigung, Bewusstlosigkeit oder auch der Tod resultieren.

Mittlerweile möchten die Forscher einen vorläufigen Schlußstrich ziehen unter die Überlegungen ob Vitamin D hilfreich sein könnte bei oder gegen eine Infektion mit Covid 19. Laut einer im Cochrane Review veröffentlichten Übersichtsarbeit mangelt es derzeit an Beweisen für einen Nutzen oder Schaden einer Vitamin-D-Gabe als Therapie gegen die Erkrankung.
(https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34029377/)
( https://www.doccheck.com/de/detail/articles/31713-covid-19-was-vom-vitamin-d-hype-uebrig-bleibt)

Quellen

Acetylsalicylsäure:

Bei Acetylsalicylsäure (ASS) handelt es sich um ein Präparat, das viele und vor allem ältere Menschen verordnet bekommen. Grund für die Verordnung ist, dass diese bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder dass es Hinweise auf Veränderungen gibt, die die Gefahr eines Gefäßverschlusses erhöhen. Das Medikament verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und hemmt auf diese Weise die Bildung von Gerinnseln, birgt aber dadurch auch eine erhöhte Blutungsgefahr – zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt.

Bei hospitierten, also im Krankenhaus liegenden Covid-19-Patienten wurde beobachtet, dass diejenigen, die ASS als Dauermedikation einnahmen, seltener eine intensivmedizinische Versorgung und Gerätebeatmung benötigten und eine höhere Überlebensrate hatten als Patienten, die das Medikament nicht einnahmen. Hintergrund hierfür ist wahrscheinlich die blutverdünnende Wirkung der Acetylsalicylsäure. Diese senkt die Gefahr, dass sich kleine Blutgerinnsel bilden, wie das nach neueren Erkenntnissen bei Covid-19 der Fall ist. Deshalb gehören blutverdünnende Medikamente wie Heparin bereits zur Behandlung der hospitierten Patienten.

Aus einer Pressemitteilung (https://www.recoverytrial.net/news/recovery-trial-finds-aspirin-does-not-improve-survival-for-patients-hospitalised-with-covid-19)  geht hervor, dass sich bei Patienten die wegen eines schweren  Covid-19-Verlaufes im Krankenhaus waren keine signifikanten Vorteile aus  einer ASS-Gabe festgestellt werden konnten.
Da dies jedoch keine Rückschlüsse auf andere Patientengruppen erlaubt, wird hier weiter geforscht. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/124498/RECOVERY-Studie-ASS-bei-hospitalisierten-COVID-19-Patienten-ohne-Nutzen)

Für eine vorsorgliche Einnahme von ASS für die Allgemeinheit reicht diese Beobachtung jedoch nicht aus. Hier überwiegt das Risiko von Blutungen, dem die Nutzer ausgesetzt sind, auch wenn sie sich niemals mit SARS-CoV-2 infizieren.

Quellen:

Mundspülung:

Mundspülungen können die Viruslast im Rachen verringern, so lautet das Ergebnis einer Laborstudie. Hier wurden verschiedene handelsübliche Mundwässer nach einer kurzen Einwirkzeit von 30 Sekunden, wie es zum Beispiel beim Gurgeln der Fall wäre, mit dem Ergebnis getestet, dass sie das SARS-CoV-2 inaktivieren können. Soweit die Erkenntnis des Labortests. Ob sich dies aber tatsächlich auf den menschlichen Körper übertragen lässt, ist bisher noch nicht klar. Das muss in weiteren Studien erst noch erforscht werden.
Die Wissenschaftler sind sich aber bereits jetzt darüber einig, dass sich diese Erkenntnis nur auf bestimmte Bereiche anwenden lässt – zum Beispiel bei einer Zahnarztbehandlung oder anderweitigen medizinischen Versorgung. Denn die Viruslast lässt sich im Mund-Rachen-Raum, der ein hohes Ansteckungspotenzial birgt, nur kurzfristig senken. Dies könnte das Gegenüber (Arzt, Zahnarzt oder medizinisches Personal) für einen begrenzten Zeitraum vor einer Übertragung schützen. Das Gurgeln mit Mundwasser ist nicht dazu geeignet, sich selbst vor dem Virus zu schützen, da es die Vermehrung des Virus in den Zellen nicht verringern kann.

Quellen:

Stickstoffmonoxid (NO) und Rote Bete:

Keine neuen Erkenntnisse gibt es zur Wirkung von Stickstoffmonoxid (NO), das unter anderem in Rote Bete enthalten ist. In der ersten Welle im Frühjahr 2020 gab es einige erfolgversprechende Meldungen zur Wirkung von NO, was die Behandlung von Covid-19 und auch die Vorsorge für den Fall einer Infektion betrifft. Letzteres stützt sich auf die gefäßschützende Wirkung des Stickstoffmonoxids. Leider finden sich hierzu aber keine neueren Studien.

Kanadische Forscher entwickelten nun ein Nasenspray, das auf Basis von Stickstoffmonoxid das Coronavirus eindämmen soll. Die Wirkung wurde in einer Studie belegt, jedoch bestehen noch Unklarheiten über mögliche Nebenwirkungen. Zum derzeitigen Stand (08/2021) besteht in Deutschland noch keine Zulassung für dieses Nasenspray.
(Quellen: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nasenspray-mit-no-soll-gegen-covid-19-helfen-124684/
https://www.businesswire.com/news/home/20210315005197/en/UK-Clinical-Trial-Confirms-SaNOtize%E2%80%99s-Breakthrough-Treatment-for-COVID-19

Im Folgenden finden Sie unseren Artikel vom Frühjahr 2020.

Das SARS-CoV-2-Virus befällt nicht nur die Lunge. Untersuchungen zeigen, dass es direkt das Endothel in den Blutgefäßen befallen kann. Die ausgelöste Entzündung nennt man Endotheliitis. Da diese im Gefäßsystem des gesamten Körpers auftritt, wird sie als systemische Endotheliitis bezeichnet.

Gibt es eine Möglichkeit, das Endothel zu unterstützen?

Bei unseren Recherchen fiel uns eine Funktion des Endothels ins Auge: Es ist unter anderem für die körpereigene Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) verantwortlich.
Zu unserer großen Überraschung fanden wir dann heraus, dass aktuell in den USA bereits NO zur Behandlung von Covid-19 erprobt wird. Dies geschieht im Rahmen einer sogenannten Compassionate Use, was den Einsatz eines bislang nicht zugelassenen Medikaments/Therapie bei schwersten, mit bereits zugelassenen Medikamenten/Therapien nicht behandelbarer Erkrankungen bezeichnet. Getestet wird der Einsatz inhalativen Stickstoffmonoxids (NO) bei schwersten Covid-19-Verläufen. Es gibt Studien, die einen Nutzen gegen das ursprüngliche SARS-Virus (SARS-CoV-1) aus 2003 belegen. Stickstoffmonoxid verlangsamte nachweislich die Virusreplikation und reduzierte die Notwendigkeit späterer Langzeitbeatmung.

Man weiß auch, dass niedrige NO-Level zu gesundheitlichen Problemen mit der Sauerstoffversorgung führen und auch Einfluss auf die Bildung von Blutgerinnseln nehmen.

Zusammenfassung:


Es gibt also Hinweise darauf, dass Stickstoffmonoxid (NO) helfen könnte, schwere Covid-19-Verläufe zu mildern. Schon länger bekannt ist, dass NO die Gefäßgesundheit erhöhen kann.

Eine gestörte Bildung und Signalübertragung von Stickstoffmonoxid (NO) trägt wesentlich zum kardiovaskulären Risiko (CVR) bei, das mit Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus assoziiert ist. Kinder haben einen hohen NO-Spiegel und sind auch von Covid-19 weniger betroffen.

Kann NO dem Körper zugeführt werden?

Generell ja, allerdings gibt es in Bezug auf die Wirksamkeit von oral zugeführtem Stickstoffmonoxid (NO) auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 noch keine Aussagen.
Die einfachste Methode, den NO-Spiegel zu erhöhen, ist eine gesunde Ernährung mit nitratreichem Gemüse. Wer uns schon länger kennt, der weiß, dass besonders Rote Bete eine gute Quelle ist.

Laut Studien wird empfohlen, mindestens 400 bis 500 ml Rote-Bete-Saft am Tag zu trinken, um den Körper mit ausreichend NO-Vorstufen zu versorgen. Das Essen von Rote-Bete-Salat ist leider nicht so effektiv – aufgrund der aufgenommenen Menge. Auch sollte auf eine Mundspülung nach dem Genuss verzichtet werden, denn eine antibakterielle Mundspülung verhindert die Wirkung. Zähneputzen hingegen hat keinen negativen Einfluss auf die Aufnahme von NO.

Hinweis: Da die rote Beete auch Oxalsäure enthält ist ein ein übermäßiger Konsum für Menschen, die zu Nierensteinen neigen, nicht zu empfehlen.

Einfacher als täglich einen guten halben Liter Rote-Bete-Saft zu trinken, ist die Einnahme eines konzentrierten Saftes. Rote-Bete-Saft ist natürlich kein Wundermittel, unterstützt jedoch laut Studien die Gefäßgesundheit.

Wichtig zu wissen: Rote-Bete-Saft erhöht den NO-Spiegel im Körper. Ob das jedoch eine direkte Wirkung auf das Endothel hat und dadurch zu einem Schutz vor einer Endotheliitis durch SARS-CoV-2 führt, ist nicht belegt.

Bitte beachten Sie:
Wir wollen hier nicht vermitteln, dass wir eine Medizin gegen Covid-19 gefunden hätten. Dem aktuellen Forschungsstand nach wirkt sich ein vorgeschädigtes Endothel ungünstig auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 aus. Ein bestehender Bluthochdruck kann das Endothel schädigen.

Frühere Studien zeigten bereits die positive Wirkung von Rote-Bete-Saft auf den Blutdruck und die Erhöhung von NO-Stoffwechselprodukten. Rote-Bete-Saft ist nun auch kein besonders spezielles Produkt und es dürfte kaum eine Gefahr davon ausgehen. Daher wollen wir unsere Rechercheergebnisse mit Ihnen teilen. Vielleicht hilft es – schaden tut es nicht. Alle unsere Quellen sind verlinkt. Wir freuen uns über Rückmeldungen.

Quellen:

Cannabis:

Cannabisprodukte sind auch im Hinblick auf eine mögliche Wirkung bei Covid-19 im Gespräch. Genauer genommen ist es der nicht psychotrop wirkende Stoff Cannabidiol (CBD), der offenbar im Körper die Ausschüttung des Peptids Apelin positiv beeinflussen kann. Dieses wiederum hemmt unter anderem Entzündungen und könnte den gefürchteten Zytokinsturm bei schweren Covid-19-Erkrankungen abmildern.

Hinweise hierfür lieferte eine Studie an zehn Mäusen, bei denen künstlich das auch bei schweren Covid-19-Verläufen auftretende ARDS – das akute Atemnotsyndrom – hervorgerufen wurde. Im Verlauf dieser Erkrankung sanken die Apelinspiegel stark ab. Wurden diese Mäuse mit CBD behandelt, konnte das Apelin wieder auf ein normales Niveau gesteigert werden. Diese Studie bringt vor allen Dingen zwei interessante Ansätze hervor, die weiter erforscht werden sollten: Einerseits könnte Apelin ein möglicher Marker zu einer frühzeitigen Erkennung von ARDS werden und zum anderen wäre es sinnvoll, die Wirkung von CBD auf das Apelin und damit auf die Abmilderung des Zytokinsturms weiter zu erforschen.
Eine weitere, bisher nur vorveröffentlichte Studie suchte nach einer entsprechenden CBD-Wirkung in künstlichen menschlichen 3D-Modellen. Hierbei konnten Hinweise darauf gefunden werden, dass einige Cannabis-Sativa-Extrakte mit hohem CBD-Gehalt die Serinprotease TMPRSS2 reduzieren können. Dies steht – ähnlich wie ACE2 – im Zusammenhang mit dem Eintritt von SARS-CoV-2 in die Zellen. Doch auch diese Studie kann bisher nur einen Hinweis auf eine mögliche positive Wirkung bringen. Für einen Nachweis, beziehungsweise um eine tatsächliche Wirkung im menschlichen Körper zu belegen, sind weitere Forschungen notwendig.
Der psychotrop wirkende Stoff des Cannabis (THC) zeigte in einer Studie ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung bei mit ARDS infizierten Mäusen. Die Daten deuten unter anderem darauf hin, dass der Zytokinsturm abgemildert wird und die Lungenschäden hierdurch begrenzt werden könnten. Auch hier sind jedoch weitere Forschungen unabdingbar.

In allen dieser Studien zu einer möglichen Wirkung von Cannabis auf eine Corona-Infektion sind sich die Forscher aber einig darüber, dass Cannabis auf keinen Fall vorsorglich konsumiert werden sollte. Das in Marihuana enthaltene THC unterdrückt die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems, was im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 fatal wäre.

Quellen:

Luftfilter:

Luftfilter, die die Raumluft mittels HEPA-Filter reinigen, stellen eine technische Option dar, die Aerosolmenge in der Raumluft zu reduzieren. Forscher der Goethe-Universität in Frankfurt testeten vier Wochen lang Luftfilter, die aus einem Vorfilter für groben Staub, einem Aktivkohlefilter und einem HEPA-Filter der Klasse H13 bestanden, in einer Schulklasse mit 27 Schülern. Hiermit fanden sie heraus, dass bestimmte Luftfilter die Aerosolkonzentration in 30 Minuten um bis zu 90 Prozent reduzieren können.

Auch die Universität der Bundeswehr in München nahm sich dieses Themas an und testete einen hochwertigen HEPA-Filter der Klasse H14 und mit einem großen Volumenstrom. Dieses Gerät konnte die Konzentration der Aerosole in einem 80 Quadratmeter großen Raum in kurzer Zeit stark verringern.

Das Umweltbundesamt sowie die Verbraucherzentralen sehen das Thema jedoch kritisch und empfehlen Luftfilter allenfalls als ergänzende Maßnahme zum regelmäßigen Lüften. Dazu muss auf hochwertige Filtersysteme und vor allen Dingen auf die zur Raumgröße passende Filterkapazität geachtet werden. Sie können jedoch nicht das regelmäßige Lüften ersetzen, da nur das Lüften die Feuchtigkeit aus dem Raum abführen und abgeatmetes Kohlendioxid gegen Sauerstoff tauschen kann. Auch müssen auf die Hygiene dieser Geräte geachtet und die Filter regelmäßig getauscht werden. Die korrekte Positionierung ist ebenfalls zu beachten, um zu verhindern, dass lediglich die im Raum befindliche virenbelastete Luft verwirbelt wird.

In privaten Haushalten mit engen Kontakten machen Luftfilter jedoch wenig Sinn, so die Verbraucherzentrale, da diese die Übertagung im nahen Bereich (wenn Personen den Abstand von mindestens 1,5 Meter nicht einhalten) nicht verhindern können. Ebenso ist die Kontamination von Flächen trotz Luftfilter möglich. Hier hilft nur Hygiene – also das regelmäßige Abwischen mit einem geeigneten Reiniger. Zudem reicht nicht ein Luftreiniger in der Wohnung aus. Es ist ein solches Gerät pro Raum notwendig, das zur jeweiligen Raumgröße passt.

Von Luftreinigern, die mit Ozon arbeiten, rät das Umweltbundesamt aufgrund der Gefahr ab, dass sie die Raumluft mit Reizgas belasten und weitere gesundheitsschädliche Stoffe durch die Reaktion mit weiteren in der Luft befindlichen chemischen Stoffen möglich sind.

Vorsicht ist auch bei Geräten geboten, die mit UV-C-Licht arbeiten. Bei diesen muss sichergestellt sein, dass keine UV-C-Strahlung freigesetzt wird.

Ionisierende Luftreiniger haben keine Wirkung auf Coronaviren. Es kann aber beim Vorgang der Ionisation Ozon gebildet werden.

Zusammenfassend können hochwertige HEPA-Luftfilter der Klassen H13 oder H14 ergänzend zum regelmäßigen Lüften und den bekannten AHA-Regeln in öffentlichen Gebäuden (wie beispielsweise Schulen) die Aerosolkonzentration in der Raumluft verringern. Im privaten Bereich ist eine nutzbringende Verwendung eher schwierig.

13.01.2021
Die Stiftung Warentest hat nun einige Luftfilter, die bereits Anfang 2020 getestet wurden, einem „Corona-Nachtest“ unterzogen. Hierbei ist untersucht worden, wie gut die drei Luftreiniger Viren inder Raumluft entfernen können. Getestet wurde für ein Raumluftvolumen, das einem 16 m² großen und 2,5 m hohen Raum entspricht, wie man ihn in einer privaten Wohnung eher vorfinden kann als in einem öffentlichen Gebäude. Alle drei Testgeräte zeigten mit neuen Filtern versehen und auf der höchsten Leistungsstufe eine gute Filterleistung. Allerdings alterten die Filter in Bezug auf das Herausfiltern von Viren schneller als von den Herstellern angegeben. Im Test wurden die Geräte durch den Rauch von 100 Zigaretten belastet. Danach nahm die Filterleistung teils gravierend ab.
Das Resümee aus diesem Test ist, dass die Geräte mit neuen Filtern durchaus in der Lage sind, die Virenbelastung in der Luft eines eher kleinen Raumes zu reduzieren, nachdem der Besuch wieder gegangen ist. Wichtig ist es, die jeweils höchste Leistungsstufe zu nutzen. Auf einer geringeren beziehungsweise auf der Automatikstufe erfolgt eine geringere Luftreinigung. Auch lässt die Filterleistung relativ schnell nach, sodass keine zuverlässige Filterung mehr gegeben ist - gerade dann, wenn sich mehrere Personen im Raum befinden. Das regelmäßige Lüften sowie die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes bleiben dann trotz Filter notwendig.
Als ausdrücklich nicht geeignet sieht Stiftung Warentest ein einzelnes dieser Geräte für Räume wie zum Beispiel Klassenzimmer.

13.10.2021
Auch ein englisches Krankenhaus machte sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Hepa-Luftfiltern auf seinen Covid-Stationen. Besonders auf der Normalstation fiel auf, dass bei Betrieb des Luftfilters kein SARS-CoV-2 in der Luft nachweisbar waren. Wurde der Luftfilter ausgeschalten waren diese wieder nachweisbar. Auf der Intensivstation kam es dagegen zu dem paradoxen Effekt, dass in der Woche ohne Filter kein SARS-CoV-2 in der Luft gefunden wurde, in der Woche mit Filter jedoch eine Probe positiv war. Erklärbar ist dies durch die maschinelle Beatmung, durch die keine Viren in die Außenluft gelangen und die evtl. verringerten Ausscheidung von Viren bei schwer erkrankten Patienten. Insgesamt wird der Nutzen der Filter aber für die Normalstationen als höher eingeschätzt. Auf beiden Stationen verringerte sich jedoch die gesamte Erregerlast in der Luft, also nicht nur von SARS-CoV-2.

Quellen:
Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2021).