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Diastolischer Blutdruck: Was bedeutet der untere Wert?

Der diastolische Blutdruck ist der untere Wert einer Blutdruckmessung. Bei einem Blutdruck von 120/80 mmHg ist also 80 der diastolische Wert. Er beschreibt den Druck in den Arterien, während sich das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt und wieder mit Blut füllt.

Kurz gesagt:
Der diastolische Blutdruck ist der untere Blutdruckwert. Wiederholt gemessene Werte ab etwa 90 mmHg gelten als erhöht. Werte um oder über 100 mmHg sollten ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn sie wiederholt auftreten oder Beschwerden hinzukommen.

Illustration Systole und Diastole (Blutdruck)

Was ist der diastolische Blutdruck?

Das Herz arbeitet in zwei Phasen: Beim Zusammenziehen der linken Herzkammer wird Blut in den Körper gepumpt. Dabei entsteht der systolische Blutdruck, also der obere Wert. Danach erschlafft der Herzmuskel. Die Herzkammern füllen sich wieder mit Blut aus den Vorhöfen. Diese Entspannungsphase heißt Diastole.

Der diastolische Blutdruck ist der niedrigste Druck im Gefäßsystem vor dem nächsten Herzschlag. Er wird deshalb auch als unterer Blutdruckwert bezeichnet.

Der diastolische Wert hängt unter anderem vom Gefäßwiderstand, von der Elastizität der Arterien, vom Blutvolumen, vom Herzrhythmus und von der Messsituation ab.

Diastolischer Blutdruck: Tabelle zur Einordnung

Die folgende Tabelle zeigt eine allgemeine Einordnung für Erwachsene. Entscheidend ist immer der Durchschnitt mehrerer korrekt gemessener Werte. Wenn systolischer und diastolischer Wert in unterschiedliche Bereiche fallen, wird der Blutdruck in der Regel nach dem höheren Risikobereich eingeordnet.

Einordnung Systolisch Diastolisch
Optimal unter 120 mmHg unter 80 mmHg
Normal 120–129 mmHg 80–84 mmHg
Hoch-normal 130–139 mmHg 85–89 mmHg
Bluthochdruck Grad 1 140–159 mmHg 90–99 mmHg
Bluthochdruck Grad 2 160–179 mmHg 100–109 mmHg
Bluthochdruck Grad 3 180 mmHg oder höher 110 mmHg oder höher

Eine vollständige Übersicht finden Sie in unserer Blutdruckwerte-Tabelle.

Wann ist der diastolische Wert zu hoch?

Ein diastolischer Wert gilt als erhöht, wenn er wiederholt im Bereich von 90 mmHg oder höher liegt. Einzelne erhöhte Werte können durch Stress, körperliche Belastung, Schmerzen, Koffein, Nikotin, Aufregung oder eine fehlerhafte Messung entstehen.

Wichtig ist deshalb nicht eine einzelne Messung, sondern das Muster mehrerer Messungen: Bleibt der untere Wert an verschiedenen Tagen und unter Ruhebedingungen erhöht, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.

Diastolischer Wert über 100: Was bedeutet das?

Ein wiederholt gemessener diastolischer Wert um oder über 100 mmHg ist deutlich erhöht. Er liegt nicht mehr nur im hochnormalen Bereich, sondern im Bereich eines behandlungsbedürftigen Bluthochdrucks. Das gilt besonders, wenn zusätzlich der obere Wert erhöht ist oder weitere Risikofaktoren bestehen.

Bei wiederholt diastolischen Werten über 100 mmHg:
Messen Sie korrekt nach, dokumentieren Sie die Werte und vereinbaren Sie zeitnah einen Arzttermin. Bei sehr hohen Werten oder Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder starken Kopfschmerzen sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden.

Kann nur der untere Blutdruckwert zu hoch sein?

Ja. Es kann vorkommen, dass vor allem der diastolische Wert erhöht ist, während der systolische Wert noch nicht deutlich erhöht erscheint. Man spricht dann häufig von einer isolierten oder vorwiegend diastolischen Blutdruckerhöhung.

Auch ein erhöhter unterer Wert sollte nicht ignoriert werden. Er kann auf eine stärkere Belastung der Gefäße hinweisen. Besonders bei jüngeren Erwachsenen kann der diastolische Wert eine wichtige Rolle spielen.

Warum ist der diastolische Blutdruck wichtig?

Der diastolische Blutdruck repräsentiert einen Basisdruck, dem die Gefäße dauerhaft ausgesetzt sind. Er ist außerdem für die Versorgung der Herzkranzgefäße von Bedeutung.

Während der Systole zieht sich der Herzmuskel zusammen. In dieser Phase wird Blut mit hohem Druck in die große Körperschlagader gepumpt. Während der Diastole erschlafft der Herzmuskel, die Herzkammern füllen sich wieder mit Blut und die Herzkranzgefäße werden besser durchblutet.

Dauerhaft zu hohe diastolische Werte können deshalb ein Hinweis auf eine relevante Belastung des Gefäßsystems sein. Wie stark das persönliche Risiko ist, hängt jedoch nicht nur vom diastolischen Wert ab, sondern auch vom systolischen Blutdruck, vom Alter, von Vorerkrankungen, vom Cholesterin, vom Rauchen, von Diabetes und weiteren Risikofaktoren.

Mögliche Ursachen für einen hohen diastolischen Blutdruck

Ein erhöhter diastolischer Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • salzreiche Ernährung
  • Stress und Schlafmangel
  • Alkohol oder Nikotin
  • familiäre Veranlagung
  • Nierenerkrankungen
  • hormonelle Ursachen
  • bestimmte Medikamente
  • Schlafapnoe
Die genaue Ursache lässt sich nicht allein aus dem Messwert ableiten. Wenn der untere Wert wiederholt erhöht ist, sollte die ärztliche Abklärung auch mögliche Begleit- und Grunderkrankungen einbeziehen.

Welche Symptome verursacht ein erhöhter diastolischer Blutdruck?

Ein hoher diastolischer Blutdruck verursacht oft keine eindeutigen Beschwerden. Viele Menschen bemerken ihn erst bei einer Messung. Mögliche, aber unspezifische Beschwerden sind:
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Herzklopfen
  • Kurzatmigkeit
  • Sehstörungen
Diese Symptome können viele andere Ursachen haben. Sicher feststellen lässt sich Bluthochdruck nur durch korrektes Messen.

Mehr dazu: Hoher Blutdruck: Symptome und Warnzeichen.

Was ist wichtiger: systolischer oder diastolischer Wert?

Beide Werte sind wichtig. Der systolische Wert zeigt den Druck beim Auswurf des Blutes aus dem Herzen. Der diastolische Wert zeigt den Druck in der Entspannungsphase.

Bei vielen älteren Menschen steigt vor allem der systolische Wert, während der diastolische Wert normal oder niedriger sein kann. Bei jüngeren Menschen kann dagegen auch eine Erhöhung des unteren Wertes eine wichtige Rolle spielen.

Den Unterschied erklären wir hier genauer: Systolischer Blutdruck.

Diastolischer Blutdruck und Pulsdruck

Aus systolischem und diastolischem Blutdruck lässt sich der Pulsdruck berechnen. Er ist die Differenz zwischen oberem und unterem Wert.

Beispiel:
  • Blutdruck: 140/90 mmHg
  • Pulsdruck: 140 minus 90 = 50 mmHg
Ein auffällig hoher oder niedriger Pulsdruck kann zusätzliche Hinweise geben, ersetzt aber keine ärztliche Beurteilung.

Was tun, wenn der diastolische Wert zu hoch ist?

  1. Setzen Sie sich ruhig hin und warten Sie einige Minuten.
  2. Messen Sie erneut unter korrekten Bedingungen.
  3. Notieren Sie systolischen Wert, diastolischen Wert, Puls, Uhrzeit und besondere Umstände.
  4. Wiederholen Sie die Messung an mehreren Tagen.
  5. Besprechen Sie wiederholt erhöhte Werte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ändern oder beenden Sie Blutdruckmedikamente nicht eigenständig. Auch Nahrungsergänzungsmittel oder frei verkäufliche Präparate sollten bei Bluthochdruck nicht unkritisch eingenommen werden.

Richtig messen: so wird der untere Wert vergleichbarer

Messfehler können den diastolischen Wert verfälschen. Achten Sie deshalb auf eine möglichst gleichbleibende Messsituation.
  • Vor der Messung einige Minuten ruhig sitzen.
  • Arm auf Herzhöhe lagern.
  • Passende Manschettengröße verwenden.
  • Während der Messung nicht sprechen.
  • Nicht direkt nach Sport, Kaffee, Nikotin oder Aufregung messen.
  • Bei Vergleichsmessungen möglichst zur gleichen Tageszeit messen.
Mehr dazu: Blutdruck richtig messen.

Blutdruckwerte dokumentieren

Wenn der diastolische Blutdruck wiederholt erhöht ist, hilft eine regelmäßige Dokumentation. Mit BlutdruckDaten können Sie systolischen Wert, diastolischen Wert, Puls, Medikamente und Bemerkungen erfassen und für den Arzttermin auswerten.

Mehr zur BlutdruckDaten App

Häufige Fragen zum diastolischen Blutdruck

Was bedeutet der diastolische Wert?

Der diastolische Wert ist der untere Blutdruckwert. Er beschreibt den Druck in den Arterien, während sich das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt.

Ist ein diastolischer Wert von 90 zu hoch?

Ein einzelner Wert von 90 mmHg muss noch keine Diagnose bedeuten. Wenn der diastolische Wert aber wiederholt bei 90 mmHg oder darüber liegt, gilt er als erhöht und sollte abgeklärt werden.

Was bedeutet ein diastolischer Wert über 100?

Wiederholte diastolische Werte um oder über 100 mmHg sind deutlich erhöht. Sie sollten zeitnah ärztlich besprochen werden.

Kann der untere Wert hoch sein, obwohl der obere normal ist?

Ja. Das kann vorkommen. Auch dann sollte der Wert ernst genommen und bei wiederholtem Auftreten ärztlich abgeklärt werden.

Warum schwankt der diastolische Wert?

Blutdruck schwankt natürlicherweise. Stress, Bewegung, Schlaf, Messzeitpunkt, Koffein, Nikotin, Medikamente und Messfehler können den diastolischen Wert beeinflussen.

Was ist der Unterschied zwischen diastolisch und systolisch?

Systolisch ist der obere Wert beim Zusammenziehen des Herzens. Diastolisch ist der untere Wert während der Entspannungsphase des Herzens.

Quellen:



Dieser Artikel stammt von BlutdruckDaten – der seit 2011 führenden App, die täglich Hunderttausende bei der Blutdruckkontrolle unterstützt. Unsere Inhalte basieren auf sorgfältig recherchierten, evidenzbasierten Daten und werden kontinuierlich aktualisiert (Stand 05/2026).

Autor Horst Klier befasst sich seit 2002 – zunächst aus eigener Betroffenheit und seit 2009 als Entwickler von BlutdruckDaten – intensiv mit Bluthochdruck; dank seiner millionenfach genutzten App und Fachplattform sowie zahlreichen Publikationen gilt er heute als ausgewiesener Blutdruck-Experte. Als Autor mehrerer Gesundheitsratgeber und Fachartikel vermittelt er komplexes Wissen verständlich und praxisnah.


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