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Hoher Blutdruck: Symptome, Warnzeichen und was tun?

Hoher Blutdruck bleibt oft lange unbemerkt. Viele Menschen mit Bluthochdruck haben keine eindeutigen Beschwerden. Genau deshalb ist regelmäßiges Messen wichtig: Ein zu hoher Blutdruck kann Gefäße, Herz, Gehirn, Nieren und Augen belasten, auch wenn man sich zunächst gesund fühlt.

Trotzdem kann hoher Blutdruck Beschwerden verursachen. Typisch sind unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen. Diese Beschwerden beweisen für sich allein noch keinen Bluthochdruck, sollten aber ernst genommen werden, wenn sie wiederholt, anhaltend oder zusammen mit erhöhten Messwerten auftreten.

Kurz gesagt:
Bluthochdruck verursacht häufig keine Symptome. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Kurzatmigkeit, Nasenbluten oder Herzklopfen können aber Hinweise sein. Sicher erkennen lässt sich hoher Blutdruck nur durch Messen.
Symptome bei Bluthochdruck

Welche Symptome kann hoher Blutdruck verursachen?

Die folgenden Beschwerden können bei hohem Blutdruck auftreten. Sie sind jedoch nicht beweisend, weil sie auch viele andere Ursachen haben können.

  • Kopfschmerzen, besonders morgens oder im Hinterkopf
  • Schwindelgefühl
  • Ohrensausen oder Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Nervosität oder innere Unruhe
  • gerötetes Gesicht
  • Nasenbluten
  • Kurzatmigkeit oder geringere Belastbarkeit
  • Müdigkeit oder schnelle Ermüdbarkeit
  • Übelkeit
  • Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen
  • Sehstörungen

Wichtig: Viele Menschen mit Bluthochdruck haben gar keine Beschwerden. Umgekehrt bedeutet eines dieser Symptome nicht automatisch, dass der Blutdruck zu hoch ist. Entscheidend sind wiederholte, korrekt gemessene Blutdruckwerte.

Warnzeichen: Wann ist hoher Blutdruck ein Notfall?

Sehr hohe Blutdruckwerte können gefährlich werden, besonders wenn Beschwerden hinzukommen. Bei Werten im Bereich von etwa 180/120 mmHg oder höher sollte der Blutdruck nach einigen Minuten Ruhe erneut gemessen werden. Bleiben die Werte sehr hoch oder treten Warnzeichen auf, ist medizinische Hilfe erforderlich.

Sofort medizinische Hilfe suchen bei:
  • Brustschmerzen oder starkem Druckgefühl in der Brust
  • Atemnot
  • Lähmungen, Taubheitsgefühl oder hängendem Mundwinkel
  • Sprachstörungen oder Verwirrtheit
  • plötzlichen starken Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • starker Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen
  • Blutdruckwerten um oder über 180/120 mmHg, die auch nach Ruhe sehr hoch bleiben

Solche Beschwerden können auf eine hypertensive Krise oder einen hypertensiven Notfall hinweisen. Dabei geht es nicht nur um die Zahl auf dem Blutdruckmessgerät, sondern auch darum, ob Zeichen einer akuten Belastung von Gehirn, Herz, Augen, Nieren oder Gefäßen auftreten.

Morgendliche Kopfschmerzen und Schlafstörungen

Der Blutdruck sinkt normalerweise nachts ab und erreicht im Schlaf meist niedrigere Werte als am Tag. Bleibt diese Nachtabsenkung aus oder ist der Blutdruck in der Nacht erhöht, können Schlafstörungen oder morgendliche Kopfschmerzen auftreten.

Solche Kopfschmerzen werden häufig im Hinterkopf beschrieben und können sich im Laufe des Tages bessern. Sie sind jedoch nicht spezifisch für Bluthochdruck. Wenn Kopfschmerzen neu, stark, wiederkehrend oder zusammen mit erhöhten Blutdruckwerten auftreten, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Mehr dazu: Blutdruck im Tagesverlauf.

Schwindel, Ohrensausen und Sehstörungen

Schwindel, Ohrensausen oder vorübergehende Sehstörungen können bei erhöhten Blutdruckwerten vorkommen. Sie können aber auch viele andere Ursachen haben, zum Beispiel Probleme mit dem Innenohr, Flüssigkeitsmangel, Medikamente, Stress oder niedrigen Blutdruck.

Treten solche Beschwerden zusammen mit deutlich erhöhten Blutdruckwerten auf, sollten sie nicht verharmlost werden. Besonders plötzliche Sehstörungen, Sprachprobleme, Lähmungen oder starke Kopfschmerzen sind Warnzeichen.

Gerötetes Gesicht und Nervosität

Ein gerötetes Gesicht wird oft mit hohem Blutdruck in Verbindung gebracht. Tatsächlich hat es häufig andere Ursachen, zum Beispiel Wärme, Alkohol, Stress, Aufregung oder Hauterkrankungen.

Auch Nervosität und innere Unruhe können den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Dadurch entsteht leicht ein Kreislauf aus Anspannung, wiederholtem Messen und weiter steigender Sorge. Aussagekräftiger als einzelne Werte sind Messreihen in Ruhe und unter vergleichbaren Bedingungen.

Nasenbluten bei hohem Blutdruck

Nasenbluten ist meistens harmlos und hat oft lokale Ursachen in der Nasenschleimhaut. Häufiges, starkes oder schwer zu stillendes Nasenbluten sollte aber abgeklärt werden.

Wenn Nasenbluten zusammen mit sehr hohen Blutdruckwerten, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Luftnot auftritt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Kurzatmigkeit und geringere Belastbarkeit

Kurzatmigkeit oder eine nachlassende Belastbarkeit können bei länger bestehendem Bluthochdruck auftreten, insbesondere wenn Herz oder Gefäße bereits belastet sind. Betroffene merken dann zum Beispiel, dass Treppensteigen, zügiges Gehen oder alltägliche Belastungen schwerer fallen als früher.

Luftnot sollte besonders ernst genommen werden, wenn sie neu auftritt, zunimmt, in Ruhe besteht oder mit Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder sehr hohen Blutdruckwerten verbunden ist.

Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen

Manche Menschen spüren bei erhöhtem Blutdruck Herzklopfen, Herzrasen oder unregelmäßigen Herzschlag. Auch diese Beschwerden können viele Ursachen haben. Wiederholtes Herzrasen, unregelmäßiger Puls, Brustschmerzen oder Luftnot sollten medizinisch abgeklärt werden.

Wenn Sie Blutdruck und Puls dokumentieren, können solche Angaben beim Arzttermin helfen.

Hoher Blutdruck bei Frauen: Gibt es besondere Symptome?

Die typischen Beschwerden bei hohem Blutdruck unterscheiden sich bei Frauen und Männern nicht grundsätzlich. Frauen suchen aber häufig nach Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Herzklopfen.

Besonders aufmerksam sollten Frauen in Schwangerschaft und Wochenbett sein: Erhöhte Blutdruckwerte, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen, starke Schwellungen oder plötzliches Unwohlsein gehören ärztlich abgeklärt.

Hoher Blutdruck: Was tun?

Wenn Sie Beschwerden bemerken oder hohe Werte messen, ist ein ruhiges und systematisches Vorgehen sinnvoll.

  1. Setzen Sie sich hin und ruhen Sie einige Minuten.
  2. Messen Sie den Blutdruck erneut korrekt und in Ruhe.
  3. Notieren Sie Blutdruck, Puls, Uhrzeit und Beschwerden.
  4. Bei wiederholt erhöhten Werten vereinbaren Sie einen Arzttermin.
  5. Bei sehr hohen Werten oder Warnzeichen suchen Sie sofort medizinische Hilfe.

Eine einzelne erhöhte Messung bedeutet noch nicht automatisch Bluthochdruck. Wiederholt erhöhte Werte sollten aber abgeklärt werden. Ändern oder beenden Sie Blutdruckmedikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache.

Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Bei wiederholten Messungen gelten Werte ab etwa 140/90 mmHg in vielen europäischen Einordnungen als Bluthochdruck. Für die persönliche Behandlung sind jedoch individuelle Zielwerte wichtig. Diese hängen unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, Medikamenten und Verträglichkeit ab.

Eine Übersicht zur Einordnung finden Sie hier: Blutdruckwerte Tabelle und Normalwerte.

Warum Messen wichtiger ist als Symptome

Bluthochdruck kann über Jahre bestehen, ohne eindeutige Beschwerden zu verursachen. Deshalb sollte man nicht warten, bis Symptome auftreten. Regelmäßige Messungen zu Hause, in der Arztpraxis oder in der Apotheke helfen, erhöhte Werte frühzeitig zu erkennen.

Wichtig ist die richtige Messung: Sitzen Sie ruhig, legen Sie die Manschette korrekt an, halten Sie den Arm auf Herzhöhe und sprechen Sie während der Messung nicht.

Mehr dazu: Blutdruck richtig messen.

Blutdruckwerte dokumentieren

Wenn Blutdruckwerte wiederholt erhöht sind, hilft eine regelmäßige Dokumentation. Mit BlutdruckDaten können Sie Blutdruck, Puls, Beschwerden und Medikamente erfassen und für den Arzttermin auswerten.

Mehr zur BlutdruckDaten App

Häufige Fragen zu hohem Blutdruck und Symptomen

Kann man Bluthochdruck spüren?

Oft nicht. Viele Menschen mit hohem Blutdruck haben keine Beschwerden. Manche berichten über Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Kurzatmigkeit, Herzklopfen oder Sehstörungen. Sicher feststellen lässt sich Bluthochdruck nur durch Messen.

Sind Kopfschmerzen ein Zeichen für hohen Blutdruck?

Kopfschmerzen können bei erhöhtem Blutdruck vorkommen, besonders bei sehr hohen Werten. Sie haben aber häufig andere Ursachen. Neue, starke oder wiederkehrende Kopfschmerzen sollten abgeklärt werden, besonders wenn gleichzeitig hohe Blutdruckwerte gemessen werden.

Ist ein roter Kopf ein Bluthochdruck-Symptom?

Ein roter Kopf kann viele Ursachen haben und ist kein sicheres Zeichen für Bluthochdruck. Wenn ein stark gerötetes Gesicht zusammen mit sehr hohen Blutdruckwerten, Kopfschmerzen, Luftnot, Übelkeit, Schwindel oder Sehstörungen auftritt, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Was tun bei 180 zu 120?

Ruhen Sie einige Minuten und messen Sie erneut. Bleibt der Wert im Bereich um 180/120 mmHg oder höher, oder treten Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen auf, sollten Sie sofort medizinische Hilfe suchen.

Welche Symptome sprechen für einen hypertensiven Notfall?

Warnzeichen sind unter anderem Brustschmerzen, Atemnot, neurologische Ausfälle, Sprachstörungen, Verwirrtheit, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bewusstseinsstörungen oder sehr hohe Werte, die auch nach Ruhe bestehen bleiben.

Reicht eine einzelne hohe Messung für die Diagnose Bluthochdruck?

Meist nicht. Die Diagnose beruht in der Regel auf wiederholt erhöhten Werten, korrekt durchgeführten Heimmessungen, Praxismessungen oder einer 24-Stunden-Blutdruckmessung.

Quellen


Dieser Artikel stammt von BlutdruckDaten – der seit 2011 führenden App, die täglich Hunderttausende bei der Blutdruckkontrolle unterstützt. Unsere Inhalte basieren auf sorgfältig recherchierten, evidenzbasierten Daten und werden kontinuierlich aktualisiert (Stand 05/2026).

Autor Horst Klier befasst sich seit 2002 – zunächst aus eigener Betroffenheit und seit 2009 als Entwickler von BlutdruckDaten – intensiv mit Bluthochdruck; dank seiner millionenfach genutzten App und Fachplattform sowie zahlreichen Publikationen gilt er heute als ausgewiesener Blutdruck-Experte. Als Autor mehrerer Gesundheitsratgeber und Fachartikel vermittelt er komplexes Wissen verständlich und praxisnah.

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