Register:

 

Hypertonie Grad 1

Unser Herz

Das menschliche Herz sitzt zwischen den beiden Lungenflügeln im sogenannten Mediastinum, auch Mittelfell genannt. Zwei Drittel unseres Herzens befinden sich in der linken Hälfte des Brustkorbes, ein Drittel in der rechten Hälfte. Ein gesundes Herz ist etwa eineinhalb mal so groß wie die geschlossene Faust des jeweiligen Menschen und hat ein Gewicht von ca. 250 bis 350 Gramm. In der Form ähnelt unser Herz einem abgerundeten Kegel, wobei die Spitze dieses Kegels nach vorne unten zeigt. Da die Herzspitze so nah an der Brustwand liegt, ist jeder Herzschlag am Brustkorb erfühlbar.

Das Herz hat die Funktion einer Muskelpumpe und sorgt dafür, dass ständig Blut durch unseren Körper kreist. Das Blut versorgt auf seinem Weg durch die Blutgefäße alle Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Außerdem transportiert das Blut Stoffwechselendprodukte wie Kohlendioxid ab.

Durch die Herzscheidewand wird das Herz in zwei Hälften geteilt, wobei jede Hälfte ganz unterschiedliche Aufgaben hat. Die rechte Herzhälfte saugt das sauerstoffarme Blut aus den Venen an und pumpt es in den Lungenkreislauf, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Über die Lunge gelangt das Blut dann in die linke Herzhälfte, wird weiter in die Aorta, die Hauptschlagader, gepumpt und gelangt so zurück in den Körperkreislauf. Jede Herzhälfte unterteilt sich nochmals in zwei Innenräume, einen kleineren Vorhof (Atrium), in dem sich das Blut sammelt und eine größere und stärkere Kammer (Ventrikel), die das Blut aus dem Vorhof ansaugt und wieder in den Körper- bzw. Lungenkreislauf presst. Die beiden Herzhälften arbeiten im gleichen Takt. Das Herz und die Blutgefäße bilden zusammen das Herzkreislaufsystem, auch kardiovaskuläres System genannt.
Blutkreislauf

Volkskrankheit Hypertonie

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen der westlichen Zivilisation. In der Gruppe der über 45-jährigen liegt die Hypertonie-Rate bereits bei fast 50% (Quelle) mit steigender Tendenz.
Unter Bluthochdruck versteht man einen erhöhten Druck in den Arterien. Definitionsgemäß gilt ein Blutdruck als normal, wenn er unter 130/85 liegt, als hochnormal gilt er noch bei Werten unter 139/89 mmHg. Zwar kann ein Blutdruck in unterschiedlichen Situationen stark schwanken und sicherlich sind die Werte auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, jedoch gilt ein dauerhafter Blutdruckwert über 140/90 mmHg als Bluthochdruck. Die Hypertonie wird nach WHO in drei Stadien unterteilt:

Eine Blutdruckerkrankung kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Bei der essentiellen Hypertonie, welche in 90% aller Fälle vorliegt, sind die Ursachen entweder genetisch bedingt (familiäre Vorbelastung) oder/und falsche Ernährung/Lebensweise (zu wenig Bewegung, Übergewicht, zu viel Stress, zu viel Kochsalz in der Ernährung, zu viel Alkohol) oder/und auch eine Nierenschwäche.

Der sekundären Hypertonie, welche nur 10% der Krankheitsfälle ausmachen, liegen andere Grunderkrankungen zugrunde, welche dann in der Folge einen Bluthochdruck auslösen. Es handelt sich z.B. um Erkrankungen der Nierengefäße, Erkrankungen des Nierenparenchyms (chronische Nierenbeckenentzündung, chronische Entzündung der Nierenkörperchen) und Hormonstörungen (z.B. bei Schilddrüsenüberfunktion oder einer Überfunktion der Nebennierenrinde). Aber auch die Einnahme gewisser Medikamente wie z.B. Kortison, die "Pille" oder auch Schilddrüsenhormone können eine sekundäre Hypertonie auslösen.

Die klassischen Symptome einer Hypertonie 1. Grades sind Kopfdruck oder Kopfschmerz, Schwindelgefühle, Ohrensausen, Herzklopfen und Schweißausbrüche, besonders unter Anstrengung. Das Problem an der Erkrankung ist, dass viele Patienten lange Zeit überhaupt keine Symptome verspüren oder aber die Symptome auf Alltagsproblematiken zurück führen. Besonders die Hypertonie 1. Grades ist oft ein Zufallsbefund des Arztes bei einer routinemäßigen Untersuchung.

Risiken einer unbehandelten Hypertonie können sein: Niereninsuffizienz oder Nierenversagen, Netzhauteinblutungen bis zur völligen Erblindung, Schlaganfall, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod und Arteriosklerose.

Therapie und vorbeugende Maßnahmen

Die wichtigste Maßnahme überhaupt stellt die regelmäßige Kontrolle des Blutdruckes dar. Messen Sie Ihren Blutdruck am besten zu festen Zeiten und führen Sie darüber Buch. In jeder guten Apotheke bekommen Sie kostenlose Blutdruckpässe. Sollte sich kurz vor der Messung etwas besonderes ereignet haben, notieren Sie dies dazu. Wir stellen zu diesem Zweck die kostenfreie BlutdruckDaten App zur Verfügung. Hier können Sie Ihre Werte eingeben, Medikamente verwalten und Durchschnittswerte berechen lassen. So hat Ihr Arzt einen guten Überblick und kann eventuell vorhandene Blutdruckspitzen besser einordnen.

Zu den klassischen blutdrucksenkenden Arzneistoffgruppen gehören die ß-Blocker, die ACE-Hemmer, Kalziumantagonisten und Vasodilatatoren. Sie alle bewirken eine Senkung des Blutdruckes. Sie dürfen nur auf Anweisung des Arztes eingenommen, reduziert oder erhöht werden. Eigenmächtige Therapieänderungen können lebensbedrohliche Auswirkungen haben.
Leichte Bewegung und gesunde Ernährung führen auf Dauer zu einer konstanten Blutdrucksenkung. Überfordern Sie sich nicht, achten Sie auf sich. Hören Sie in sich hinein. Was tut mir gut? Ein kleiner Spaziergang am Abend, einfach mal das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen, die Treppen nehmen, nicht den Aufzug. All diese kleinen Dinge lassen sich gut in den Alltag integrieren und stellen Sie nicht vor scheinbar unüberwindbare Anstrengungen und Umstände. Sollten Sie unter Übergewicht leiden, versuchen Sie langsam! Ihr Körpergewicht zu reduzieren. Gönnen Sie sich Auszeiten, um den Alltagsstress besser verarbeiten zu können. Schon nach kurzer Zeit werden Sie sich viel wohler fühlen. Beginnen Sie jetzt!

Text medizinisch-fachlich geprüft und überarbeitet von
Sabine Croci (04/2017).









 

Kontakt: info@blutdruckdaten.de | Tel: 09122/632212 | Presse | Impressum | Englisch: BloodPressureDB.com

Blutdruck-Lexikon