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Bluthochdruck und Demenz

Zu hoher Blutdruck schädigt nicht nur Blutgefäße und Organe. Die arterielle Hypertonie zählt zu den Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz. Die vaskuläre Demenz wird durch Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefäße verursacht, die die tieferen Strukturen des Gehirns versorgen. Diesen Störungen liegt meist eine Verdickung der Gefäßwände und der hierdurch bedingte verringerte Blutdruckfluss zugrunde.

Lange wurde Demenz lediglich in Fällen, die die über 80-Jährigen mit sehr niedrigem Blutdruck betrafen, überhaupt mit dem Blutdruck in Verbindung gebracht. In diesem eher seltenen Zusammenhang ist die verminderte Hirndurchblutung durch den geringen Blutdruck der ausschlaggebende Faktor für demenzielle Erscheinungen.

Zu hoher Blutdruck - und das beginnt schon bei hochnormalen Werten - beeinträchtigt die Hirnleistung jedoch chronisch und fortschreitend. Als Grund werden hochdruckbedingte Schädigungen der kleinsten Hirnarterien vermutet. Diese Schäden beziehungsweise deren Folgen lassen sich in einer Kernspintomographie des Gehirns als kleine Hirninfarkte oder als Schädigungen der großen Leitungsbahnen im Gehirn feststellen.

In verschiedenen Studien zur Verringerung des Risikos von Demenzerkrankungen zeigte sich, dass Patienten von einer konsequenten Behandlung ihres Bluthochdrucks profitieren.

In der 2002 veröffentlichten Syst-Eur Study Extension wurde beobachtet, dass die Gefahr, an Demenz zu erkranken, in der Teilnehmergruppe, deren Bluthochdruck konsequent behandelt wurde, im Beobachtungszeitraum von vier Jahren etwa um die Hälfte sank.

Eine andere Arbeitsgruppe beobachtete 300 Alzheimer-Patienten über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Auch hier zeigte sich, dass Patienten, deren kardiale Risikofaktoren (wie zum Beispiel Bluthochdruck) stetig behandelt wurden, kognitiv wesentlich besser abschnitten als die Gruppe, deren Risikofaktoren unbehandelt blieben. In letzterer schritt der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit rasant voran.

Neue Studien zeigten nun, dass zur Vermeidung von Demenz eine strikte Blutdruckeinstellung nicht erst im Alter relevant ist. Die Universität von Kalifornien untersuchte 579 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 39,2 Jahren. Im Hirnscan fielen bei den Personen, die bereits an einem Bluthochdruck litten, Veränderungen im Gehirn auf: Es war vorgealtert. Vereinfacht gesagt sahen die Gehirne von 30-Jährigen mit Bluthochdruck aus wie die Gehirne von 40-Jährigen mit normalem Blutdruck. Als ausschlaggebend erwies sich also nicht das Alter des/der Betroffenen, sondern die Höhe des Blutdrucks. So führen schon hochnormale bis mild hypertone Werte zu Veränderungen in der Hirnstruktur.

Eine Analyse der britischen Whitehall-II-Studie erbringt konkrete Zahlen. Über den Zeitraum von 32 Jahren erkrankten 4,5 Prozent der 8.600 Teilnehmer an Demenz. Der systolische Blutdruck lag bei 29 Prozent der Probanden im Alter von 50 Jahren bei über 130 mmHg. Oberhalb dieser Schwelle erkrankten 6,3 Prozent an Demenz, während es bei niedrigeren Blutdruckwerten nur 3,7 Prozent traf. Bereinigt man dies von anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und dergleichen, zeigt sich eine relative Erhöhung der Demenzrate um 38 Prozent.

Eine weitere Schwelle trat bei systolischen Werten über 150 mmHg auf: Hier verdoppelt sich das Risiko, an Demenz zu erkranken, nochmals. Dies zeigte sich unabhängig vom Auftreten weiterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Demnach bleibt die Gefahr, an Demenz zu erkranken, im gleichen Maß erhöht, auch wenn der Hypertoniker keine kardiovaskulären Probleme hat.

Die Therapie des Bluthochdrucks ist also nicht nur für das Herz-Kreislauf-System essenziell wichtig, sondern auch für das Gehirn. Wird der Blutdruck gesenkt, zum Beispiel durch die Änderung des Lebensstils oder Medikamente, verringert sich auch das Demenzrisiko.

Doch ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang die Prävention, also das regelmäßige Kontrollieren des Blutdrucks, auch wenn bislang kein Hochdruck vorliegt. Nur so kann Folgeerkrankungen rechtzeitig gegengesteuert werden.

Quellen


Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2019).

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