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Plötzlicher Herztod

Zu den schwerwiegendsten Folgeerkrankungen, die ein zu hoher Blutdruck begünstigen kann, zählt zweifellos der plötzliche Herztod (PHT) - auch als Sekundenherztod oder Sudden Cardiac Death (SCD) bezeichnet. Dieser verläuft in den allermeisten Fällen tödlich. Nur etwa 2 bis 5 Prozent der Betroffenen erreichen lebend das Krankenhaus. Doch auch hier versterben noch etwa die Hälfte dieser Patienten.

Als plötzlicher Herztod wird ein natürlicher Tod bezeichnet, der eine kardiale, also das Herz betreffende Ursache hat. Eine bestehende Herzerkrankung kann dabei bekannt sein - Zeitpunkt und Umstände des Todes sind jedoch unerwartet. Der Sekundenherztod wird durch einen plötzlichen Verlust des Bewusstseins eingeleitet und tritt innerhalb einer Stunde nach Beginn der akuten Symptomatik ein.
In etwa der Hälfte der Fälle lassen sich einige Stunden, manchmal jedoch schon Tage oder Wochen zuvor Symptome bemerken. Das sind zum Beispiel Brustschmerzen, Atemnot, Bewusstseinseintrübungen bis zur Ohnmacht oder Herzklopfen. Viele (die anderen 50 Prozent) der Fälle kündigen sich aber nicht zuvor an.

Was passiert?

Es kommt in allen Fällen von plötzlichem Herztod zu einer Veränderung der elektrischen Eigenschaften der Herzmuskelzellen, was über Herzrhythmusstörungen, eine elektromechanische Entkoppelung oder eine sofortige Asystolie (Herzstillstand) zum plötzlichen Herztod führt.

In der Regel braucht es hierfür drei Faktoren:

  • eine strukturelle Herzerkrankung,
  • einen vorübergehenden Auslöser sowie
  • einen Arrhythmie-Mechanismus.

In etwa 80 Prozent der Fälle liegt als strukturelle Herzerkrankung eine KHK (koronare Herzerkrankung) zugrunde. Diese muss zuvor nicht bekannt gewesen sein. Es kann sich um eine chronische KHK handeln oder auch um einen akuten Herzinfarkt. Hier schließt sich der Kreis zum Bluthochdruck, der als größter Risikofaktor der KHK gilt.
Bei 10 bis 15 Prozent liegt eine Herzmuskelerkrankung vor, die nicht auf eine KHK zurückgeht.
Die restlichen Fälle sind weiteren, seltenen Ursachen geschuldet.

Als vorübergehende Auslöser kommen beispielsweise Elektrolythveränderungen (Veränderungen der Blutsalze), Sauerstoffunterversorgung, Drogen, ein Stromunfall, aber auch Stress oder eine starke vagotone Reaktion beziehungsweise eine Vagus-Reizung und dergleichen infrage.

Unter Arrhythmie-Mechanismen versteht man Fehler beziehungsweise Probleme im Erregungsleitsystem des Herzens, die die regelmäßige Aktion des Herzens stören.

Häufig beginnt das kardiale Ereignis mit einer ventrikulären Tachykardie. Das bedeutet, dass eine oder beide Herzkammern zu schnell schlagen, was daraufhin in ein Kammerflimmern übergeht. Das Herz ist dann nicht mehr in der Lage, Blut in den Kreislauf zu pumpen. Somit wird auch kein Sauerstoff mehr in die Zellen transportiert. In der Folge kommt es zur Asystolie: Das Herz bleibt stehen. In selteneren Fällen entwickelt sich die Asystolie aus einer Bradykardie - einer zu langsamen Herzfrequenz.

Was ist zu tun?

Das unverzügliche Absetzen des Notrufs unter 112 - bestenfalls, wenn Sie dies schon erkennen können, mit dem Hinweis, dass der Patient wiederbelebt werden muss - ist die erste Maßnahme. Um dem Betroffenen eine Überlebenschance zu schaffen, ist das sofortige Einleiten der Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig. Falls vorhanden, kann der Einsatz eines AED („Laiendefibrillator“) die Überlebenschance drastisch erhöhen. Er ersetzt jedoch nicht die Herz-Lungen-Wiederbelebung, sondern ist ein Hilfsmittel, mit dem ein normaler Herzrhythmus wiederhergestellt werden kann. Die Rettungsleitstelle kann Ihnen zu diesen Maßnahmen telefonische Hilfestellung geben, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.



Quellen:


Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2019).

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