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Schilddrüse und Blutdruck

Ein konkreter Auslöser von Bluthochdruck lässt sich in nur bei einem geringen Anteil aller Hypertonieerkrankungen finden. Diese wird dann als sekundäre Hypertonie bezeichnet. Der Bluthochdruck ist in diesen Fällen die Folge einer anderen Erkrankung.

Eine solche andere Erkrankung kann eine Schilddrüsen-Fehlfunktion sein. Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse. Sie liegt in Form eines Schmetterlings am Hals, unterhalb des Kehlkopfes. Ihre Hauptfunktion ist die Speicherung von Jod und die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyrin und Thyroxin sowie des Peptidhormons Calcitonin.



Bei einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) werden verstärkt Schilddrüsenhormone ins Blut abgegeben. Diese wirken sowohl über das vegetative Nervensystem, als auch direkt auf die Herzmuskelzellen ein. Beides verstärkt die Kreislauflast. Der Einfluss der Hormone lässt das Herz schneller schlagen, das Blutvolumen wird hierdurch erhöht. Dies wiederum wirkt sich vor allem auf den systolischen (oberen) Blutdruckwert aus: auch dieser steigt. Die Blutdrucksteigerung liegt meist im moderaten Bereich, da dem erhöhten Blutvolumen ein weiterer Effekt des Übermaßes an Schilddrüsenhormonen entgegen steht. Sie sorgen nämlich auch für eine Weitstellung der Gefäße.

Neben der Schilddrüsenüberfunktion kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) den Blutdruck auf lange Sicht erhöhen. Hier liegt keine direkte Einwirkung auf das Herz zugrunde, sondern die Auswirkung auf das Gefäßsystem. Eine Unterfunktion der Schilddrüse bewirkt, dass weniger Schilddrüsenhormone in das Blut abgegeben werden können. Der Mangel an den Hormonen lässt die Blutgefäße starrer,  also weniger flexibel, werden und verengt sie so. Das wirkt sich besonders auf den diastolischen, unteren Blutdruckwert aus, der hierdurch ansteigt. Es kann bei der Schilddrüsenunterfunktion aber auch zu niedrigem Blutdruck kommen, da sich das Herzzeitvolumen vermindert.

Bei der Behandlung eines sekundären Hypertonus ist die Behandlung der Grunderkrankung wichtig.  So wird hier die Behandlung der Fehlfunktion der Schilddrüse im Vordergrund stehen. Sollte der Blutdruck sich hierdurch nicht ausreichend senken lassen, können darauf abgestimmte Blutdruckmedikamente zusätzlich zum Einsatz kommen.

Quellen:


Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (07/2018).

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