Ursachen für Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck sind zwei Formen möglich:

Bei der sekundären Hypertonie handelt es sich meist um eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen.

Der Blutdruck

Der Herzzyklus des Menschen durchläuft immer zwei Phasen – die Systole (Pump-Phase) und die Diastole (Füll-Phase). Es baut sich in den Gefäßen damit ein systolischer und ein diastolischer Druck auf. Zieht sich das Herz zusammen, entsteht der systolische (höhere) Druck, bei der Weitung des Herzens kommt es zum diastolischen (niedrigeren) Druck. Zusätzlich wird der Blutdruck von den herznahen großen elastischen Schlagadern und kleineren Widerstandsgefäßen (Organschlagadern) beeinflusst. Der Druck aufgrund einer erhöhten Herzleistung reagiert bei gesunden Menschen entsprechend den körperlichen Erfordernissen, wodurch immer eine ausreichende Durchblutung sichergestellt ist.

Der Blutdruck ist allerdings nicht als konstante Größe zu sehen und unterliegt je nach Tageszeit Schwankungen. So sinkt der Blutdruck beispielsweise während der Nachtruhe und ist am Tag höher (siehe Blutdruck im Tagesverlauf). Zudem steigt der Blutdruck mit zunehmendem Alter oft an. Auch bei sportlicher Betätigung kommt es zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Patienten mit Bluthochdruck sind hier aber besonders gefährdet, da der Blutdruck bei sportlicher Betätigung (vor allem Kraftsport) Spitzen erreichen kann, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Skilanglaufen bewirken im Gegensatz dazu genau das Gegenteil und können dauerhaft blutdrucksenkend sein.

Ursachen für Bluthochdruck

Der primäre Bluthochdruck, der losgelöst von einer bestimmten Grunderkrankung auftritt, wird durch bestimmte Risikofaktoren gegünstigt, die teilweise durch den Lebensstil beeinflusst werden können. Dazu gehören:
Zu den Risikofaktoren, die sich nicht beeinflussen lassen, gehören unter anderem:

Besteht bereits eine Veranlagung zu Bluthochdruck, nehmen die beeinflussbaren Risikofaktoren wesentlich leichter Einfluss auf die Entstehung eines Bluthochdrucks.

Risikofaktoren zum Entstehen einer primären Hypertonie

Übergewicht und Bauchfettsucht

Übergewicht (ab BMI 25, Fettsucht ab 30) kann Bluthochdruck begünstigen, da das Herz und dessen Arbeit dadurch stärker gefordert werden. Doch nicht nur Übergewicht als solches ist ein Risikofaktor. Da sich der Blutdruck häufig als Folge einer Insulinresistenz im Rahmen der Fettsucht erhöht, kommt es auch auf die Verteilung der Fettpolster an. Vor allem Bauch und Taille sollten im Auge behalten werden, denn Bauchfett trägt unter anderem dazu bei, dass die Muskel-, Fett- und Leberzellen schlechter auf Insulin ansprechen. Der Körper benötigt mehr Insulin, wodurch das Risiko für Diabetes Typ 2 steigt. Treten Übergewicht, Hypertonie und Diabetes mellitus gemeinsam auf, fällt dies unter die Bezeichnung metabolisches Syndrom. 

Rauchen

Nikotin greift nicht nur die Herzkranzgefäße und Beinarterien an, es bewirkt eine Verengung aller Blutgefäße. Die Schadstoffe (vor allem die freien Radikale) sorgen für eine Zerstörung der gefäßerweiternden Fähigkeit der Gefäßinnenauskleidung (Endothel). Eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) wird so begünstigt. Durch die dadurch bedingte Verschlechterung der Fließeigenschaften des Blutes kommt es somit zur dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks.

Bewegungsmangel

Durch Bewegungsmangel wird der Körper generell geschwächt. Das Herz kann nicht ökonomisch arbeiten, bereits bei kleineren Anstrengungen läuft es auf Hochtouren. Körperliche Aktivität kann bei Bluthochdruckpatienten sowohl den systolischen (oberer Messwert) als auch den diastolischen (unterer Messwert) Wert senken.

Alkohol

Alkohol in größeren Mengen kann vorübergehend zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Bei dauerhaft zu hohem Konsum kann es zu chronischem Bluthochdruck kommen. Alkohol wirkt sich dabei nicht nur schädigend auf das Herz und den Kreislauf und damit den Blutdruck aus, sondern auch auf Gehirn und Leber.

Stress

Stress, der lange Zeit nicht ausgeglichen oder überwunden wird, kann über das vegetative (autonomes) Nervensystem den Blutdruck erhöhen. Der als „Sympathikus“ bezeichnete Teil sorgt dabei für die Steuerung von lebensnotwendigen Funktionen wie Blutdruck und Kreislauf. Dank ihm sind schnelle Steigerungen der Leistung möglich, weshalb er auch an der Reaktion auf Stress maßgeblich beteiligt ist. Über den so genannten „Parasympathikus“ werden dämpfende Impulse für Entspannung und Stressausgleich vermittelt. Stress, der unbewältigt bleibt, kann außerdem zu Schlafstörungen führen, die ebenfalls ungünstig auf den Blutdruck wirken. Mit einem zu hohen Stresslevel steht der Körper unter dauerhafter Anspannung und kann sich nicht erholen.

Speisesalz

Durch die Aufnahme von Natriumchlorid, also Speise- bzw. Kochsalz, reagieren die an der Druckregelung beteiligten kleineren Arterien auf Kreislaufhormone empfindlicher. Dadurch kann es zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine tägliche Kochsalzaufnahme von maximal 6 Gramm, was etwa einem Teelöffel entspricht. Erfolgt bereits eine Behandlung von Bluthochdruck, kann diese durch zu viel Kochsalz erschwert und durch weniger Kochsalz erleichtert werden.

Ursachen für sekundäre Hypertonie

Die Ursachen für eine sekundäre Hypertonie sind meist auf eine Grunderkrankung zurückzuführen. Häufig handelt es sich dabei um Stoffwechselstörungen, Nierenerkrankungen oder Gefäßerkrankungen. Auch eine angeborene Verengung der Hauptschlagader kommt als Ursache in Frage. Hormonelle Medikamente (z. B. Anti-Baby-Pille) oder Rheumamittel sowie bestimmte Drogen (z. B. Amphetamine, Kokain) sind ebenfalls mögliche Ursachen für zu hohen Bluthochdruck.

Besondere Form der sekundären Hypertonie: Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck

Der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck ist eine besondere Form der sekundären Hypertonie. Er hat keine Erkrankung als Ursache, vielmehr löst die Schwangerschaft und die mit ihr verbundenen Veränderungen den Bluthochdruck aus. Von dieser Form der Hypertonie sind etwa 6 bis 8 Prozent aller werdenden Mütter betroffen, das Risiko bei Frauen ab 40 Jahren oder bei Mehrlingsschwangerschaften ist dabei deutlich höher. Bei den Ursachen handelt es sich um so genannte hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (z. B. Präeklampsie, Eklampsie, HELLP-Syndrom), welche sich schnell entwickeln und Mutter und Kind gefährden können. Deshalb erfolgen während der Schwangerschaft regelmäßige Blutdruckkontrollen.

Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (04/2017).








 

Kontakt: info@blutdruckdaten.de | Tel: 09122/632212 | Presse | Impressum | Englisch: BloodPressureDB.com

Blutdruck-Lexikon