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Blutdruck und Salz

Text medizinisch-fachlich geprüft und überarbeitet von
Dr. Chris Wollenberg im Mai 2015.
Wirkt sich hoher Salzkonsum auf den Blutdruck aus?
Kann zu hoher Blutdruck durch Vermeiden von Salz gesenkt werden?


Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Salz im Körper und dem Blutdruck. Der Körper braucht bestimmte Salzkonzentrationen, wozu auch unser Kochsalz zählt. Je mehr Salz im Körper ist, desto höher muss auch der verfügbare Flüssigkeitsanteil sein. Der Flüssigkeitshaushalt wird von den Nieren gesteuert. Wird zu wenig getrunken bei gleichzeitig hoher Salzaufnahme, wird das benötigte Wasser den Zellen entzogen. Gibt es dort auch kein Wasser mehr, steigt der Durst. Durch die Volumenvergrößerung führt ein höherer Flüssigkeitsgehalt stets auch zu einer Erhöhung des Blutdrucks.

In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass gesunde Personen ihren Blutdruck senken können, wenn sie sich salzarm ernähren und umgekehrt. Ob ein übermäßiger Salzkonsum bei gesunden Personen langfristig einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat, ist dabei aber völlig unklar. Viele der Studien zu diesem Thema sind sehr schlecht konzipiert, weswegen konkrete Aussagen zu diesem Thema fehlen. Wissenschaftlich fundierte Doppelblindstudien, die langfristige Auswirkungen von zu hohem Salzkonsum beim Menschen untersuchen, sind nicht durchführbar, weil sie natürlich ethisch äußerst bedenklich sind. Stellen Sie sich vor, man würde eine Gruppe von gesunden Probanden dazu bringen, sich salzreich zu ernähren, um zu prüfen, ob sie in der Folge erkranken oder gar früher sterben - unvorstellbar!

Fest steht aber, dass bei mindestens einem Drittel der Bevölkerung ein zu hoher Salzkonsum vorliegt. Bei Bluthochdruckpatienten liegt der Anteil der Salzsensitiven sogar bei der Hälfte, d. h. eine salzärmere Ernährung senkt bei einem Drittel der Normalbevölkerung und bei der Hälfte der Hochdruckpatienten den Blutdruck. Wer übergewichtig ist, an Diabetes leidet, eine Nierenerkrankung hat oder unter zu viel Stress steht, bei dem wirkt sich zu viel Salz in der Nahrung häufig negativ aus.

Das Problem bei der heutigen Ernährung sind die vielen versteckten Salze, die wir mit industriell aufbereiteter Nahrung zu uns nehmen, ohne es zu merken. Besonders Fertiggerichte enthalten in der Regel wesentlich mehr Salz als man meint. In einer Pressemeldung vom 20.02.2012 befasste sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit dem Thema Bluthochdruck und Salz. Es wurde empfohlen, in Deutschland den Salzgehalt von Fertiggerichten zu reduzieren. Diese Forderung wendet sich natürlich nicht an die Verbraucher, sondern an die Hersteller von Fertigprodukten. Als besonders problematisch nennt das BfR dabei Brot, Milchprodukte (z. B. Käse), Fleisch- und Wurstwaren. Es gibt zwar weitere Produktgruppen wie Knabbereien und Soßen, die ebenfalls zu viel Salz enthalten, aber diese werden nicht so häufig verzehrt wie die zuerst genannten Produkte.
Diese Meinung untermauerte auch die Stiftung Warentest, die in der April-Ausgabe 2012 des Test-Magazins 74 Produkte untersucht hat. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 6 Gramm Salz pro Tag werden schnell erreicht und oft überschritten.

Was man bei Fertigprodukten wissen muss:

In den Nährwertangaben von Fertigprodukten ist nicht der Salzgehalt angegeben, sondern der Natriumanteil. Diesen muss man mit 2,5 multiplizieren, um den Salzgehalt zu erhalten. Erst dann kann man berechnen, wie viel Salz man aufgenommen hat. Ein Gramm Natrium entspricht also 2,5 Gramm Kochsalz.

Salzrechner:
Natrium: g
Salz: 2,5 g

Salzrechner für Mineralwasser:
Natrium: mg/l
Chlorid:  mg/l
Salz: 2,5 mg/l

Salzwerte, die man kennen sollte:
Produkt
Salzgehalt
Aufbackbrötchen ca. 1,1 g
Scheibe Toastbrot ca. 0,4 g
100 g Cerealien ca. 0,7 g
100 g roher Schinken ca. 8,0 g
100 g gekochter Schinken ca. 2,3 g
Bratwurst ca. 2,0 g
Wiener Würstchen ca. 1,0 g
Kartoffelkloß (Fertigprodukt) ca. 1,2 g
100 g fertiger Kartoffelsalat ca. 1,0 g
Es handelt sich nur um grobe Richtwerte.
Lebensmittel unterliegen immer natürlichen Schwankungen.

Neue Erkenntnisse über die Gefährlichkeit salzarmer Kost

2012 erschien eine Metaanalyse aus Studien mit insgesamt über 2.700 Teilnehmern, nach deren Ergebnissen eine salzarme Ernährung von Herzpatienten die Sterblichkeit und das Risiko des Todes durch Herzversagen drastisch ansteigen lässt.1
Die Stresshormone steigen: Bei salzarmer Ernährung kann es eine minimale Senkung des Blutdrucks geben. Die Blutdruckwerte sind systolisch um ca. 1,27 mmHg, diastolisch um 0,05 mmHg gesenkt worden. Dem gegenüber steht allerdings eine gefährliche Steigerung einiger Stoffwechselwerte. Es wurde z.B. ein Anstieg der Stresshormone Renin, Aldosteron, Adrenalin und Noradrenalin gefunden. Mehr dazu im Artikel zum Zusammenhang Stress und Bluthochdruck.
Da ältere Menschen einen geringeren Flüssigkeitsanteil im Körper haben, besteht bei salzarmer Kost zudem schneller die Gefahr einer Dehydratation (Entwässerung). Solche Gefahren wiegen den Vorteil einer minimalen Senkung des Blutdrucks durch die Reduktion der Salzaufnahme bei Weitem nicht auf – so die heutige Expertenmeinung.


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