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Blutdruck

Der Blutdruck ist eine messbare Größe, die beschreibt, mit welchem Druck das Blut durch die Blutgefäße des Organismus fließt. Er wird daher umgangssprachlich auch als Gefäßdruck bezeichnet. Genauer gesagt ist der Blutdruck die Kraft, die vom Blut auf die Wand der Blutgefäße ausgeübt wird (die Kraft, die auf die Fläche wirkt). Diese Kraft wird benötigt um den Blutfluss bis in die entferntesten Gefäße zu gewährleisten und somit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im gesamten Organismus zu sichern. Der Druck ist besonders von 2 Faktoren abhängig. Erstens von der Kraft, mit der das Herz das Blut in den Gefäßkreislauf pumpt und zweitens von der Beschaffenheit, also Elastizität und Durchmesser der Blutgefäße.  Der Blutdruck liegt in einem bestimmten Rahmen, wenn keine Erkrankungen vorliegen. Aus diesem Grund ist die Blutdruckmessung eine der grundlegenden und sehr aussagefähigen Untersuchungen beim Arzt.

Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.

Blutdruck-Rechner:
Systolisch: mmHg
Diastolisch: mmHg
Der Rechner gibt eine Einschätzung des Blutdruckwerte nach den Richtlinien der Deutschen Hochdruckliga für Praxismessungen. Der Blutdruck wird bestimmt nach optimal, normal, hochnormal oder Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1 bis 3).
Nach den Leitlinien von 2018 wird eine Blutdrucksenkung auf < 140/90 mmHg für alle empfohlen. Wenn die Therapie gut vertragen wird sollten bei den meisten Patienten Werte von 130/80 mmHg oder niedriger angestrebt werden.
Für die meisten unter 65-jährigen wird empfohlen den systolischen Blutdruck auf 120 - 129 mmHg zu senken.
In der Altersstufe der 65 - 80-jährigen soll der systolische Blutdruck zwischen 130 - 139 mmHg liegen.
Über 80-jährige sollten diesen systolischen Zielblutdruck ebenfalls erreichen, soweit dies für sie gut verträglich ist.
Für den diastolischen Blutdruck sollte ein Zielwert von < 80 mmHg für alle Bluthochdruckpatienten erwogen werden, unabhängig vom Ausmaß des Risikos und der Begleiterkrankungen.
Eine solche automatische Bewertung kann niemals einen Arztbesuch ersetzen, da für die individuelle Blutdruckeinstellung auch weitere Erkrankungen und Risikofaktoren mit in das Behandlungskonzept eingebunden werden. Besprechen Sie fraglich erhöhte Blutdruckwerte also immer mit Ihrem Arzt. Die Richtlinien der Hochdruckliga enthalten keine Normwerte für zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Um niedrige Werte aber nicht nach der Hypertonie-Skala als "optimal" zu bezeichnen, benutzen wir die Grenze 105/65 für niedrigen Blutdruck.
Bitte beachten Sie auch, dass laut Leitlinien der Hochdruckliga bei häuslichen Messungen ein Blutdruck von >=135 und/oder >=85 mmHg als Bluthochdruck gilt.

Bild: Anatomische Darstellung des Herzens. Bild: Anatomische Darstellung des Herzens.


Der Blutdruck ist ein Wert für den Druck des Blutes auf die Gefäßwände. Während eines Pumpvorgangs des Herzens ist der Druck höher als während der Entspannungsphase. Daher werden bei der Blutdruckmessung immer zwei Werte erfasst: der systolische (Pumpvorgang – höherer Wert) und der diastolische (Entspannungsphase – niedrigerer Wert).

Definitionen und Klassifikation der Blutdruckwerte gemäß der Deutschen Hochdruckliga:

systolisch (mmHg)
diastolisch (mmHg)
optimal
< 120
< 80
normal
120-129
80-84
hochnormal
130-139
85-89
Hypertonie Grad 1
140-159
90-99
Hypertonie Grad 2
160-179
100-109
Hypertonie Grad 3
>= 180
>= 110
Isolierte systolische Hypertonie
>= 140
< 90

Beim Blutdruck ist zu beachten, dass die Druckverhältnisse innerhalb des Blutkreislaufes im Organismus voneinander abweichen. In der Medizin wird beim Blutdruck immer von dem Druck ausgegangen, welcher in den Arterien vorliegt. Die Arterien sind die Gefäße, die aus dem Herzen heraus das sauerstoffreiche Blut in die Körperperipherie bringen. Der ideale Messort des Blutdrucks ist die Brachialarterie am Oberarm. Sie befindet sich in etwa in Herzhöhe. Aber auch eine Messung am Handgelenk bei richtiger Lagerung ist möglich. Von diesem Blutdruck wird noch ein zentralvenöser Blutdruck unterschieden.

Der Blutdruck ist abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Der grundlegende Faktor für einen normalen Blutdruck ist die Kraft des Herzens. Er zeigt, mit welcher Stärke das Blut vom Herzen durch die Gefäße gedrückt wird. Außerdem ist der Querschnitt und die Elastizität der Blutgefäße für die Höhe des Blutdrucks verantwortlich. Sei bestimmen den Widerstand, der beim Durchfluss des Blutes auftritt.

Der Blutdruck in den Gefäßen des großen Blutkreislaufs ist höher als im kleinen Blutkreislauf, welcher auch als Lungenkreislauf bezeichnet wird. Außerdem ist der Blutdruck in den Arterien immer höher als in den Venen oder den kleinen Kapillargefäßen.

Der Blutdruck besteht immer aus zwei Werten, welche von verschiedenen Einflüssen abhängen. Zu diesen Faktoren zählen zum Beispiel die körperliche und psychische Beanspruchung, das Alter und die allgemeine körperliche Konstitution. Die Differenz der beiden Blutdruckwerte wird Pulsdruck genannt.

Der Blutdruck steigt mit zunehmendem Alter des Menschen eher an. Eine Ursache dafür ist, dass die Elastizität der Blutgefäßwände nachlässt. Dies ist insbesondere aufgrund von Arteriosklerose der Fall. In Folge verschiedener Krankheiten kann der Blutdruck ebenfalls von den Normalwerten abweichen. Ist der Blutdruck dabei überwiegend in den höheren Bereichen über dem Normwert, so wird dies auch als Hypertonie bezeichnet. Einige Menschen leben aber auch mit einem niedrigeren Blutdruck (unterhalb des Normwertes). Es sind die sogenannten Hypotoniker. Eine Blutdruckerniedrigung wird als Hypotension oder Hypotonie bezeichnet. Sie tritt seltener auf als die Hypertonie.

Quellen:


Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung von Dr. med. Christine Berchtold-Benchieb (09/2022).

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