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Heidelbeeren - beerenstark auch gegen Bluthochdruck?

Zwei kleinere Studien erbrachten Hinweise darauf, dass Blau- beziehungsweise Heidelbeeren, einen positiven Einfluss auf den Blutdruck nehmen können. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 dämpft jedoch die Hoffnungen.

Heidelbeeren
An einer Universität in Florida untersuchte Sarah A. Johnson mit ihrem Team im Jahr 2015 die Auswirkungen einer täglichen Einnahme von 22 g eines Pulvers aus gefriergetrockneten Heidelbeeren (dies entspricht in etwa einer Tasse frischer Heidelbeeren). 48 Frauen, die die Wechseljahre bereits durchgemacht hatten, nahmen als Probanden der Studie teil. Die Frauen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt die genannten 22 g des Heidelbeerpulvers und die andere Gruppe eine entsprechende Menge eines Placebopulvers.

Zu Beginn der Studie lag der Blutdruck der Teilnehmerinnen im hochnormalen bis leichtgradig erhöhten Bereich. Nach acht Wochen war der systolische Blutdruck der Gruppe, die das Heidelbeerpulver erhielt, im Mittel um 7 mmHg und der diastolische Wert im Mittel um 5 mmHg gesunken. In der Vergleichsgruppe änderte sich im Beobachtungszeitraum nichts an den Blutdruckwerten.

Neben der Blutdrucksenkung konnte in der Untersuchungsgruppe auch ein Verbesserung der Gefäßflexibilität festgestellt werden - die Blutgefäße waren weniger steif und wieder dehnfähiger geworden.

Eine neuere Studie von Forschern des Kings College in London weist in dieselbe Richtung. Die Wissenschaftler verabreichten 2019 den 40 gesunden Teilnehmern ihrer Studie täglich den Saft aus 200 g Blaubeeren beziehungsweise ein Kontrollgetränk. Im Beobachtungszeitraum von einem Monat sank der systolische Blutdruck der Probanden im Mittel um 5 mmHg. Auch auf die Funktion der Blutgefäße wirkte sich der Heidelbeersaft positiv aus. Bereits zwei Stunden nach Genuss des Saftes verbesserte sich die Elastizität der Oberarmarterie.

Für diese Effekte machen die Forscher vor allen Dingen den blauen Farbstoff der Beeren (die sogenannten Anthocyane) verantwortlich. Sie untermauerten dies in einer zweiten Studie, in der den Teilnehmern ein Getränk mit gereinigten Anthocyanen gegeben wurde. Als Vergleich diente ein Heidelbeergetränk sowie Kontrollgetränke, die entweder entsprechende Mengen an Ballaststoffen, Mineralien oder Vitaminen aus Blaubeeren enthielten.

Keines der Kontrollgetränke zeigte Auswirkungen auf die Endothelfunktion der Blutgefäße. Diese Effekte ließen sich nur in den Getränken mit Anthocyanen nachweisen. Die Endothelzellen, mit denen Blutgefäße ausgekleidet sind, sind maßgeblich an der Blutgerinnung und der Regulierung des Blutdrucks beteiligt.

Die leitende Forscherin Dr. Ana Rodriguez-Mateos spricht sich dennoch für den Verzehr der ganzen Beere aus, um den vollen Nutzen aus dem leckeren Powerfood zu ziehen.

Eine Metaanalyse, die 17 Studien zur Wirkung von Blaubeeren und auch Preiselbeeren bzw. Cranberries im Jahr 2023 auswertete, kam jedoch zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Senkung des Blutdrucks nicht signifikant, also nicht deutlich genug ist. Eine tatsächliche Wirkung kann also derzeit nicht belegt werden. Hierzu müssten weitere Studien eines hohen Standards durchgeführt werden, die dann die Wirksamkeit evtl. doch nachweisen können.

Zusammenfassend können Heidelbeeren evtl. eine eher geringe  Blutdrucksenkung bewirken. Ob dieser Effekt durch den regelmäßigen  Verzehr von Heidelbeeren anhaltend ist oder sich mit der Zeit verliert,  ist nicht geklärt. Da den leckeren Beeren jedoch weitere  gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden, dürfen sie gerne in  den Speiseplan eingebaut werden.

Quellen


Von Sabine Croci. Dieser Artikel ist medizinisch-fachlich geprüft. Letzte Aktualisierung (11/2023).

Bei den verlinkten Quellen erfolgte der letzte Abruf zu dem angegebenen Zeitpunkt der Prüfung, soweit nicht anders angegeben.

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