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Blutdruck und Salz

Warum Salz den Blutdruck beeinflusst

Salz ist lebensnotwendig – doch die Menge macht den Unterschied. Natrium, ein Bestandteil von Kochsalz (Natriumchlorid), spielt eine wichtige Rolle im Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Gleichzeitig kann ein zu hoher Salzkonsum den Blutdruck erhöhen.

Der Grund: Salz bindet Wasser im Körper. Wird dauerhaft zu viel Salz aufgenommen, steigt das Blutvolumen – und damit auch der Druck in den Gefäßen. Besonders bei Menschen mit einer sogenannten „Salzsensitivität“ reagiert der Blutdruck deutlich auf die Salzzufuhr.

Wie viel Salz ist gesund?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als 5 Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Tatsächlich liegt der durchschnittliche Konsum in Deutschland jedoch deutlich darüber.

Viele Menschen unterschätzen ihre tägliche Aufnahme, da der größte Teil des Salzes nicht sichtbar ist.

Das eigentliche Problem: Verstecktes Salz

Das größte Problem ist nicht der Salzstreuer auf dem Tisch, sondern die vielen versteckten Salze in unserer Ernährung.

Besonders verarbeitete Lebensmittel und Außer-Haus-Gerichte enthalten oft deutlich mehr Salz, als Verbraucher vermuten. Dazu zählen:

  • Brot und Backwaren

  • Wurst und Fleischprodukte

  • Käse

  • Fertiggerichte

  • Snacks und Fast Food

  • Restaurant- und Lieferservice-Essen

Diese Lebensmittel machen den Großteil der täglichen Salzaufnahme aus.

Salzwerte, die man kennen sollte: 

Produkt
Salzgehalt
Aufbackbrötchen
ca. 1,1 g
Scheibe Toastbrot
ca. 0,4 g
100 g Cerealien
ca. 0,7 g
100 g roher Schinken
ca. 8,0 g
100 g gekochter Schinken
ca. 2,3 g
Bratwurst
ca. 2,0 g
Wiener Würstchen
ca. 1,0 g
Kartoffelkloß (Fertigprodukt)
ca. 1,2 g
100 g fertiger Kartoffelsalat
ca. 1,0 g

Es handelt sich nur um grobe Richtwerte. Lebensmittel unterliegen immer natürlichen Schwankungen.

Salzrechner für Mineralwasser:

Natrium: mg/l Chlorid:  mg/l
Salz: 1,7 mg/l


Achtung oft unterschätzt: Salz in Brausetabletten

Ein häufig übersehener Punkt sind Brausetabletten, zum Beispiel für Magnesium, Vitamin C oder Schmerzmittel.

Damit sich diese Tabletten im Wasser auflösen können, enthalten sie oft Natriumverbindungen (z. B. Natriumhydrogencarbonat). Dadurch kann eine einzelne Brausetablette bereits mehrere hundert Milligramm Natrium enthalten.

Für Menschen mit Bluthochdruck kann das relevant sein – vor allem, wenn solche Präparate regelmäßig eingenommen werden. Mehrere Brausetabletten pro Tag können die tägliche Salzaufnahme unbemerkt deutlich erhöhen.

Wer seinen Blutdruck im Blick behalten möchte, sollte daher:

  • auf die Natriumangaben in der Packungsbeilage achten

  • wenn möglich auf Tabletten ohne Natrium ausweichen

  • Brausetabletten nicht dauerhaft ohne medizinische Notwendigkeit einnehmen

Aktuelle Studien: Warum weniger Salz in Lebensmitteln so wichtig ist

Eine 2026 im Fachjournal Hypertension veröffentlichte Studie aus Großbritannien zeigt, wie groß der Einfluss von verstecktem Salz tatsächlich ist.

Die Forscher berechneten, welchen Effekt es hätte, wenn der Salzgehalt in häufig konsumierten Lebensmitteln systematisch reduziert würde. Grundlage waren nationale Ernährungsdaten sowie konkrete Zielwerte für verschiedene Produktgruppen.

Das Ergebnis: Die durchschnittliche Salzaufnahme könnte von 6,06 auf 4,94 Gramm pro Tag sinken – also um rund 17,5 %.

Die Modellrechnungen zeigen, dass dadurch langfristig erhebliche gesundheitliche Vorteile entstehen könnten:

  • deutlich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • weniger Schlaganfälle

  • eine insgesamt höhere Lebenserwartung

Besonders interessant: Diese Effekte würden entstehen, ohne dass Menschen ihr Verhalten aktiv ändern müssten – allein durch geringere Salzgehalte in Alltagsprodukten.

Die Studie unterstreicht damit, wie wichtig strukturelle Maßnahmen und ein bewusster Umgang mit verarbeiteten Lebensmitteln sind.

Salz und individueller Blutdruck

Nicht jeder Mensch reagiert gleich stark auf Salz. Während bei manchen Personen der Blutdruck deutlich ansteigt, bleibt er bei anderen nahezu unverändert.

Besonders betroffen sind häufig:

  • ältere Menschen

  • Menschen mit Bluthochdruck

  • Personen mit Übergewicht

  • Menschen mit Diabetes

Für diese Gruppen kann eine Reduktion des Salzkonsums besonders wirksam sein.

Wie stark beeinflusst Salz den Blutdruck?

Studien zeigen, dass eine Reduktion des Salzkonsums den Blutdruck messbar senken kann. Der Effekt ist individuell unterschiedlich, kann aber insbesondere bei Hypertonikern deutlich ausfallen.

Wichtig ist: Der Effekt entsteht nicht kurzfristig, sondern durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung.

Tipps für weniger Salz im Alltag

Eine Reduktion des Salzkonsums ist oft einfacher als gedacht – wenn man weiß, worauf es ankommt:

  • möglichst frisch kochen

  • Fertigprodukte reduzieren

  • Zutatenlisten beachten

  • bewusst würzen (z. B. mit Kräutern und Gewürzen)

  • salzarme Alternativen wählen

Salzalternativen: sinnvoll oder nicht?

Immer wieder werden sogenannte „Salzalternativen“ angeboten, meist auf Basis von Kaliumchlorid.

Diese können helfen, die Natriumaufnahme zu reduzieren und damit den Blutdruck positiv zu beeinflussen. Gleichzeitig gilt jedoch:

  • der Geschmack ist oft leicht bitter oder anders als gewohnt

  • nicht alle Produkte sind für jeden geeignet

Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit:

  • Nierenerkrankungen

  • bestimmten Herzmedikamenten (z. B. ACE-Hemmer, Kaliumsparer)

Hier kann eine erhöhte Kaliumaufnahme problematisch sein. Daher sollten Salzalternativen im Zweifel mit dem Arzt abgesprochen werden.

Für gesunde Menschen können sie eine sinnvolle Ergänzung sein – ersetzen aber nicht eine insgesamt ausgewogene, möglichst unverarbeitete Ernährung.

Schon kleine Veränderungen können langfristig einen Unterschied machen.

Kann zu wenig Salz auch ein Problem sein?

Neben einem zu  hohen Konsum wird gelegentlich auch diskutiert, ob eine sehr niedrige  Salzaufnahme gesundheitliche Nachteile haben kann.

Tatsächlich  zeigen einige Studien, dass extrem niedrige Natriumwerte mit einem  erhöhten Risiko für bestimmte Gesundheitsprobleme verbunden sein können.  Allerdings ist hier wichtig zu unterscheiden:

  • Diese Effekte betreffen meist sehr niedrige Zufuhrmengen oder bestimmte Risikogruppen

  • Häufig spielen auch Vorerkrankungen eine Rolle

Für  die Allgemeinbevölkerung gilt weiterhin: Ein zu hoher Salzkonsum ist  deutlich häufiger und klarer mit gesundheitlichen Risiken verbunden als  ein zu niedriger.

Eine moderate Reduktion – wie von Fachgesellschaften empfohlen – gilt als sicher und sinnvoll.

Fazit

Salz ist ein wichtiger Faktor für den Blutdruck – vor allem in zu großen Mengen. Entscheidend ist dabei weniger das Nachsalzen, sondern der oft unbewusste Konsum über verarbeitete Lebensmittel und zusätzliche Quellen wie Brausetabletten.

Aktuelle Studien zeigen, dass bereits moderate Reduktionen große gesundheitliche Effekte haben können. Wer seinen Blutdruck positiv beeinflussen möchte, sollte daher besonders auf versteckte Salzquellen achten.

Eine bewusste Ernährung ist ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung und Behandlung von Bluthochdruck.


Quellen:



Dieser Artikel stammt von BlutdruckDaten – der seit 2011 führenden App, die täglich Hunderttausende bei der Blutdruckkontrolle unterstützt. Unsere Inhalte basieren auf sorgfältig recherchierten, evidenzbasierten Daten und werden kontinuierlich aktualisiert (Stand 04/2026).

Autorin Sabine Croci ist examinierte Medizinische Fachangestellte mit langjähriger Erfahrung in internistischer und kardiologischer Praxis wie auch in der ambulanten Pflege und leitet seit 2015 die Fachredaktion von BlutdruckDaten. Dank ihrer umfassenden Zusatzqualifikationen als Rettungssanitäterin, First Responder und in verschiedenen Therapie- sowie Notfallbereichen liefert sie fundierte, praxisnahe und verlässlich geprüfte Informationen.


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